Kinderaugen benötigen Kompetenz und Geduld

Augenoptiker und Optometristen sind kompetente Partner

Wien (OTS) - Schlechtes Sehen kann sich bei Kindern unter anderem
in Schulproblemen und negativen Lernerfolg äußern. Optometristen und Augenoptiker sind häufig die ersten Ansprechpartner für Kinder mit Lese- und Rechtschreibstörungen. Eine aktuell laufende Studie untermauert das in die Optometristen gesetzte Vertrauen.

Die häufig vollen Wartezimmer bei den Augenärzten lassen die durchschnittliche Behandlungszeit nicht selten auf wenige Minuten schrumpfen*. Zeitdruck ist jedoch bei der Arbeit mit Kindern besonders kontraproduktiv. Kinder haben "Antennen" ob sich jemand für sie Zeit nimmt oder nicht. So kann die visuelle Vermessung eines Kindes schon einmal eine ganze Stunde in Anspruch nehmen.

Kinder benötigen spezielle Tests und vor allem mehr Zeit

Eine zurzeit laufende Studie legt den Schluss nahe, dass die bei Kindern durchgeführten Untersuchungen durch Augenärzte nicht zwingend ausreichend sind. Die Studie wird im Rahmen einer Doktoratsarbeit von einem akademischen Optometristen am amerikanischen Pennsylvania College of Optometry und an der Cardiff University in Großbritannien durchgeführt**. Sie umfasst bereits mehr als 300 österreichische Kinder.

Bisher sind 80 Prozent der an der Studie teilnehmenden Kinder zwischen 7 und 10 Jahre alt. Die Tests erfolgten in fachlich qualifizierten Instituten. Bei den zuvor genannten Personen wurde eine Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Dyslexie wurde festgestellt. Alle genannten Kinder hatten bereits eine augenärztliche Untersuchung hinter sich. 50 Prozent davon innerhalb der letzten 12 Monate. Das Ergebnis bei 90 Prozent der untersuchten Kinder endete mit keiner weiteren Aktion oder Verordnung durch den Augenarzt.

Die bisherigen Daten der Studie

  • Bei 95% der Kinder wurde mit Korrektur durch den Optometristen eine beidäugige Sehschärfe (Visus) von über 1,2 mit spontanem räumlichen Sehen erreicht.
  • Nur in 5% der Fälle wurde eine tatsächliche Heterophorie (Winkelfehlsichtigkeit) gemessen, welche unter gewissen Aspekten die Abgabe einer Prismenbrille zur Folge haben kann aber nicht in jeden Fall zwingend notwendig ist.
  • In 65% der Fälle war eine signifikante Störung der relativen Akkommodation (der Naheinstellung der Augenlinse) oder der fusionellen Vergenz (Einwärtsschwenken der Augen) zu messen.
  • 90% der Eltern von Kindern bei denen eine Maßnahme -Kinderbifokalbrille oder Visualtraining - durchgeführt wurde, bestätigen eine deutliche Verbesserung durch die gesetzten Maßnamen im schulischen Bereich nach 4 bis 6 Wochen.

Diese bisher vorliegenden Fakten legen den Schluss nahe, dass Augenärzte noch mehr als bisher zum Thema Lese- und Rechtschreib-Schwächen sensibilisiert werden müssen. Standespolitisches Säbelgerassel vereinzelter Augenärzte, die Optometristen und Augenoptikern unterstellen unnötig Prismenbrillen zu empfehlen, ist dabei niemanden dienlich, am wenigsten den Betroffenen.

Häufig haben betroffene Kinder und deren Eltern einen langen Leidensweg hinter sich. In der Praxis werden auffällige Kinder über Selbsthilfegruppen an einen kompetenten Optometristen oder Augenoptiker weiterempfohlen.

*Laufende Studie von Wolfgang Dusek B.Sc.M.Sc. im Rahmen einer Doktoratsarbeit am amerikanischen Pennsylvania College of Optometry und an der Cardiff University in Großbritannien.

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Landesinnung Wien der Augenoptiker und Hörgeräteakustiker
Anton Koller M.Sc.
Landesinnungsmeister der Wiener Augenoptiker
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