Austria Frost-Konkurs: Marchfelder Gemüsebauern formieren sich

Schultes: Landwirtschaftskammer berät die betroffenen Bauern

Wien (AIZ) - Nach dem Konkurs des Tiefkühlproduzenten Austria
Frost formieren sich die betroffenen 270 Bauern, die ca. 2.000 ha Gemüsefläche bewirtschaften. In der zuständigen Bezirksbauernkammer Gänserndorf wird ab Dienstag, 08.11.2005 ein Büro eingerichtet. Ein auf Konkursverfahren und Masseverwaltung spezialisierter Rechtsanwalt wird dort die Forderungen der betroffenen Gemüsebauern entgegennehmen und die gesammelten Ansprüche im Konkursverfahren vertreten, um den entstandenen Schaden so gering wie möglich zu halten. Das ist das Ergebnis eines am Donnerstagabend geführten Gespräches zwischen betroffenen Landwirten, dem Obmann der Bezirksbauernkammer, Alfred Hammer, sowie Rechts- und Gemüsebauexperten der Landwirtschaftskammer Niederösterreich.

"Die nächste Versammlung der betroffenen Gemüsebauern ist für Montag, den 07.11. geplant. Ab 20.00 Uhr können die Landwirte im Gasthaus Kopriva in Untersiebenbrunn ihren zuständigen Rechtsanwalt kennen lernen und weitere Schritte planen. Bei dieser Infoversammlung erhalten die betroffenen Landwirte einen Termin, wie er bei der Antragsabgabe üblich ist, sodass alle Forderungen in den nächsten zwei Wochen zeitgerecht angemeldet werden können. Die Einladungen zu dieser Versammlung gehen noch heute zur Post", teilte LK-Präsident Hermann Schultes mit.

Einigen konnte man sich auch auf die weitere Vorgangsweise. "Auf Anraten der Juristen empfehlen wir den zuliefernden Bauern, das Gemüse, das jetzt noch am Feld ist, nach Absprache mit dem Werk zu ernten und an die Austria Frost zu liefern", so Schultes. Lieferungen, die jetzt erfolgen, werden im Rahmen des Verfahrens als bevorrechtete Forderungen behandelt.

Landwirtschaftskammer verlangt Notstandskredite für schwer betroffene Bauern

Die Landwirtschaftskammer verlangt darüber hinaus Notstandskredite für besonders schwer betroffene Bauern. Die Erhebungen dazu erfolgen ebenfalls über die Bezirksbauernkammer. Das Ziel aller künftigen Verhandlungen ist für Schultes klar: "Wir brauchen einen Verarbeiter in dieser Region, der das Werk so führt, dass es eine Zukunft hat. Dieser Konkurs zeigt einmal mehr, wie schnell beim Scheitern eines wichtigen Leitbetriebes in einer Region viele Bauern in große Schwierigkeiten kommen."

Der LK-Präsident verlangt deshalb, dass für landwirtschaftliche Großinsolvenzen neue Auffangstrukturen geschaffen werden. "Es ist nicht auszuschließen, dass Konkurse wichtiger Leitbetriebe auch in anderen Regionen und Sektoren passieren", gibt Schultes zu bedenken. (Schluss)

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