Kampf dem Rüsselkäfer in der Michaelergruft

Wien (OTS) - Die Michaelergruft soll bald frei von Rüsselkäfern sein. Damit wird ein wesentlicher erster Schritt zur Sanierung der Gruft und ihrer wertvollen Särge und Mumien gesetzt sein. In Zusammenarbeit mit einer Reihe von Privatfirmen ist es gelungen, einen Prozess in Gang zu setzen, der die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit in der Gruft so weit absenkt, dass die schädlichen Rüsselkäfer verenden, womit der weitere Verfall der Särge gestoppt wird. Die Bestattung Wien leistet einen Beitrag mit der Anhebung der derzeit auf der Erde stehenden Särge auf Podeste, womit die Särge auch an der Unterseite belüftet werden können. Nach diesen ersten Schritten können de restauratorischen Arbeiten in der Gruft beginnen, die das Bundesdenkmalamt mit etwa drei Millionen Euro veranschlagt hat und zu denen auch der Wiener Altstadterhaltungsfonds anteilig beiträgt.

In einem Pressegespräch am Freitag erläuterten unter anderen der Pfarrer von St. Michael, Pater Dr. Peter van Mejl, Mag. Dr. Christian Fertinger, Dir. der Bestattung Wien und Wolfgang Hacker (Firma PME) als Vertreter der Firmen, die die Entfeuchtung und Kühlung der Gruft technisch vornehmen, den Vorgang, mit dem die Gruft in einem Zeitraum von etwa einem halben Jahr frei von Rüsselkäfern gemacht werden soll. Mit einem Kühlgerät wird die Gruft auf 10 Grad abgekühlt, womit der Käfer zunächst in die Winterstarre fällt. Ein auf Wärmetausch und Kondensation aufgebautes System wird die Luftfeuchtigkeit in der Gruft in einem halben Jahr auf rund 60 % absenken, womit die Rüsselkäfer austrocknen und absterben. Die an dieser Aktion beteiligten Firmen stellen ihre Arbeit ebenso kostenlos zur Verfügung wie die Bestattung Wien, die die Anhebung der Särge vornimmt.

Bestattungsmuseum in der Michaelergruft

Das Bestattungsmuseum Wien plant die Einrichtung einer Außenstelle in einem Keller des Michaelerklosters, die dann gemeinsam mit der Gruft zu besichtigen sein wird. Es sollen in wechselnden Ausstellungen verschiedene Exponate gezeigt werden, die der "schönen Leich" gewidmet sind und die Zeit beleuchten, in der es in der Innenstadt noch eine Reihe von Friedhöfen gab. Eine besondere gegen einen Spende ab 10 Euro erwerbbare Devotionale wird ebenfalls angeboten: eine Embrovette mit dem Bohrmehl, das der Rüsselkäfer bei seiner schädlichen Tätigkeit an den Särgen hinterlässt.

Pietro Metastasios letzte Ruhestätte

Rund 4000 Menschen wurden in den verzweigten Grüften von St. Michael in der Zeit von 1630 bis zum Verbot von Begräbnissen innerhalb der Stadt durch Josef II. 1784 begraben.
Heute beherbergt die Gruft 250 Särge, davon 33 Metallsärge, der Rest Holzsärge, viele davon noch mit barocken Malereien und Vanitas-Sybolen geschmückt. Großen Wert haben auch die mumifizierten Leichen, die sich in der Gruft befinden. Im Zuge der Restaurierungen wurde auch ein neues Grab gefunden, das sich abseits der anderen direkt unter dem Kircheneingang befindet. Der prominenteste Tote in der Michaelergruft ist Pietro Metastasio, der 1730 von Karl VI. in Wien zum Hofdichter bestellt wurde und auch als bedeutender Librettist das Theaterleben seiner Zeit erheblich beeinflusste. Sein Sarg wurde bereits vom "Wiener Mozertjahr" wieder her gestellt.

Weitere Informationen:

o http://www.michaelerkirche.at/
o http://www.bestattungwien.at/

(Schluss) gab

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