Sind Kosmetika sicher?

Europarat präsentiert Ergebnisse der Pilot-Studie zu unerwünschten Wirkungen bei kosmetischen Produkten in Wien

Wien (OTS) - Kosmetika sind Produkte, die aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken sind. Die hauptsächlichen Anwender sind Frauen, aber der Anteil an Männern steigt kontinuierlich. Umso wichtiger ist es, dass diese Produkte eine hohe Sicherheit für die Konsumentinnen und Konsumenten bieten. Allerdings können kosmetische Produkte selten, aber doch unerwünschte Wirkungen zeigen. Nachvollziehbare und vergleichbare Daten über Allergien, Irritationen oder Unverträglichkeiten lagen bis jetzt aber nicht vor. "Der Europarat hat daher im Jänner 2004 eine gemeinsame Pilotstudie von vier Ländern gestartet, die sich mit einem europäischen Meldesystem zur Erfassung unerwünschter Wirkungen kosmetischer Mittel befasst", sagt die österreichische Projektleiterin Dr. Sheida Hönlinger-Alaei von der Abteilung Kosmetik am Institut für Lebensmitteluntersuchung Innsbruck der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit. Die Ergebnisse dieser Studie wurden gestern im Rahmen des Europarat-Symposiums "Cosmetovigilance", das in der AGES in Wien stattfand, präsentiert.

Österreichisches Monitoringsystem

Unter der Leitung der AGES wurde in Österreich eine eigene Arbeitsgruppe gebildet, die aus Vertretern folgender Organisationen besteht: Hautärzte (Prof. Aberer), Konsumentenschützer (VKI, Ing. Sedy), Industrie (Unilever, Ing. Gribl) und BMGF, Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (Dr. Zilberszac). Es wurden spezielle Meldeformulare für Dermatologinnen und Dermatologen einerseits und Verbraucherinnen und Verbraucher andererseits vorbereitet.
Unter finanzieller Unterstützung des BMGF, dokumentierten mittels dieser Formulare zwölf Dermatologen und zwei Kliniken (Graz und Innsbruck) österreichweit Daten über unerwünschte Wirkungen von kosmetischen Produkten.

Der VKI erfasste mittels eines eigens dafür entwickelten Formblattes unerwünschte Wirkungen kosmetischer Mittel, die von Verbrauchern gemeldet werden. Alle diese Daten wurden an die Leitung der Arbeitsgruppe weitergeleitet und ausgewertet. Die Daten aller vier teilnehmenden Länder wurden wiederum innerhalb des Europarates zusammengefasst und weitere Schritte überlegt.

Ein greifbares Ergebnis dieser Studie liegt für Österreich bereits in Form einer Broschüre des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen (BMGF) vor: Die Broschüre "Was tun, wenn die Haut verrückt spielt?" informiert darüber, wie allergische Reaktionen zustande kommen und bietet Verhaltensempfehlungen und Kontaktadressen (Bestellmöglichkeit: Tel: (01) 711 00-4700 oder Email:
broschuerenservice.bmgf@bmgf.gv.at).

Europäisches Monitoringsystem angestrebt

"Derzeit sieht es ja so aus, dass die Konsumenten erst bei anhaltenden Beschwerden einen Arzt aufsuchen", sagt Hönlinger-Alaei. Ein harmonisiertes europäisches Meldesystem auf Basis eines informellen Netzwerkes zwischen Behörden, Herstellern, Konsumenten und Dermatologen hätte einige Vorteile: Es würde eine profunde Basis für künftige Regelungen bezüglich Inhaltsstoffen von Kosmetika und standardisierte Nachweismethoden bieten. Dadurch wäre einerseits eine Kosteneinsparung auf Seiten der Produzenten möglich, andererseits würde es auch zu einer bewussteren Anwendung von Kosmetika durch die Konsumenten kommen und damit auch zu einem erhöhten Gesundheitsschutz führen. Die Vorschläge, die aus der Pilotstudie abgeleitet wurden, wird der Europarat in einer Resolution verabschieden.

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