Caritas-Spendenkampagne: Armut muss kein Schicksal sein

November-Sammlung der Caritas für Menschen in Not in Österreich

Wien (OTS) - Die Caritas schlägt Alarm: Die Schere zwischen Arm
und Reich geht immer weiter auseinander. "Die Zahlen, die das Sozialministerium selbst herausgibt, sind alarmierend: 460.000 Menschen müssen in Österreich in Armut leben. Wir bitten die Österreicherinnen und Österreicher mitzuhelfen, damit Armut nicht ihr Schicksal bleibt", sagen Caritas-Präsident Franz Küberl und Caritasdirektor Michael Landau zum Auftakt der diesjährigen Spendenkampagne unter dem Motto: "Schicksal Armut? - Ihre Spende hilft".

Die Caritas ist als Katastrophenhelferin bekannt und wird von vielen unterstützt. Doch es sind nicht nur Naturkatastrophen und Kriege, die Menschen aus der Bahn werfen: Tag für Tag kämpfen Kinder, Frauen und Männer in Österreich mit ihrer ganz persönlichen Katastrophe: Sie werden krank, arbeitslos oder stehen vor den Trümmern ihrer Familie. Sie werden von Schicksalsschlägen getroffen, die sie alleine nicht mehr bewältigen können. Dort, wo gestern noch Alltag war, herrschen heute Verzweiflung und Armut. "Der breite Mittelstand hat Schrammen abbekommen. Es droht eine neue, soziale Unterschicht zu entstehen", so Küberl.

Küberl: "Sozialhilfegesetze harmonisieren und modernisieren"

Vor allem Arbeitslosigkeit und mangelnde Bildung, aber auch Kinderreichtum, Wohnungsnot, Scheidung oder Krankheit sind Ursachen dafür, dass Menschen in unserem Land von Armut bedroht sind.
"Um den Sozialstaat armutsfest zu machen, müssen zunächst einmal die Sozialhilfegesetze in Österreich endlich harmonisiert und modernisiert werden", so Küberl.

Zudem fordert der Caritas-Präsident eine Verbesserung der Chancengleichheit durch das Bildungssystem, etwa durch den Ausbau qualitativer Kinderbetreuungsangebote. Auch eigenmittelfreie Wohnungen für einkommensschwache Gruppen sowie ein österreichweiter Heizkostenzuschuss für alle, deren Einkommen unter dem Ausgleichszulagenrichtsatz liegt, seien notwendig.

Landau: "Bündnis zur Abschaffung von Kinderarmut"

"Der Druck auf jene, die am Rande stehen, steigt. Etwa einem Drittel unserer KlientInnen in Wien bleiben nach Abzug der Fixkosten nicht einmal zwei Euro pro Tag. Armut ist keine Frage der Gene -vererbbar ist sie trotzdem. Und hier droht, wenn politisches Gegensteuern unterbleibt, tatsächlich ein Schicksal Armut", betont der Wiener Caritasdirektor Michael Landau.

Armutsbekämpfung sei keine Frage des gesellschaftlichen Könnens, sondern des gesellschaftlichen Wollens: "Ich fordere ein Bündnis zur Abschaffung der Kinderarmut in Österreich. Da ist der Zugang zu Bildung entscheidend, aber auch die Auseinandersetzung mit dem Thema der Elternarmut. Was sich in der Praxis zeigt: Armut ist vererbbar. Und mit der materiellen Armut gehen meist Bildungsarmut und Zukunftsarmut Hand in Hand."

Zudem müssten alle Einkommen einen fairen Beitrag zum Solidarsystem leisten: "Es geht heute darum, die Grenzen des Anständigen neu zu buchstabieren. Nicht alles, was wirtschaftlich nützlich ist, ist auch menschengerecht", so der Caritasdirektor.

Caritas: Helferin bei persönlichen Katastrophen

Die Caritas hilft bei persönlichen Katastrophen und setzt "lebensrettende" Maßnahmen, damit Menschen in Not neue Hoffnung schöpfen: Geld für Kleider und Schuhe, Unterstützung, damit die Heizung repariert werden kann, Beratung bei finanziellen Engpässen, psychischen Krisen, Krankheiten, Todesfällen, Notunterkünfte für Obdachlose.

Küberl: "Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir, was Armut für die Betroffenen bedeutet: Armut macht krank, verzweifelt, einsam. Menschen, besonders die Kinder, schämen sich für ihre Situation."

Im Vorjahr baten mehr als 43.000 Menschen in Österreich die Caritas um finanzielle Unterstützung. Mit den Spenden aus der Inlandskampagne konnten rund 1,8 Millionen Euro an Soforthilfe ausbezahlt werden. Die Menschen, die sich an die Caritas um Hilfe wenden, müssen im Schnitt mit 6,70 Euro pro Tag für Essen, Kleidung, Hygieneartikel und andere Dinge des täglichen Bedarfs auskommen.

Küberl und Landau abschließend: "Bitte helfen Sie uns, Menschen in Österreich aus ihrer persönlichen Katastrophe herauszuhelfen!"

Spendenkonto: PSK 7.700.004, BLZ 60 000
Kennwort: Inlandshilfe

Fotos zur laufenden Caritas-Spendenkampagne zu Ihrer honorarfreien Verwendung finden Sie unter folgendem Link:
http://bild-db.caritas-wien.at:80/imagine/ims/login.do
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