AK: Arbeitszeitflexibilisierung ist Lohnkürzung

Linz (OTS) - "Die Behauptung der Industriellenvereinigung, die angeblich unflexiblen Arbeitszeiten seien der Grund für wirtschaftliche Probleme, ist ungeheuerlich", betont AK-Präsident Johann Kalliauer. Statt gemeinsam nach einem Ausweg zu suchen, wolle die IV offensichtlich nur ihre eigenen Interessen durchsetzen.

Laut IV zeigt das Konjunkturbarometer nach unten, viele Unternehmer seien enttäuscht, weil bei der Debatte um Arbeitszeit nichts weitergehe. Schuld daran, so IV-Geschäftsführer Pieslinger, seien die Gewerkschaften.

AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer lässt das nicht gelten:
"Gewerkschaften und Betriebsräte sind sehr wohl flexibel, wenn es darum geht, Betriebe durch wirtschaftlich schwierige Zeiten zu bringen. Dabei muss aber auch für die Beschäftigten etwas herausschauen. Die Unternehmer wollen nur ihre Profite auf Kosten der Arbeitnehmer/-innen steigern. Das kann nicht angehen."

Darüber hinaus seien die Argumente der IV für die Flexibilisierung falsch, so Kalliauer. "Österreich ist eines der wettbewerbsfähigsten Länder der Welt, die Vertreter der Wirtschaft selbst präsentieren immer wieder stolz die Erfolge im Export. Die Forderung der IV bedeutet nichts anderes als eine Lohnkürzung in Höhe von 1 Milliarde Euro, die wiederum fatal für die Inlandsnachfrage und damit die Wirtschaft selbst wäre", sagt Kalliauer.

Auch sei nicht geklärt, wie Arbeitnehmer/-innen mit Kindern auf flexiblere Arbeitszeiten reagieren sollen. "Viele, vor allem in Landgemeinden, sind froh, überhaupt zu den normalen Arbeitszeiten Betreuungsplätze für ihre Kinder zu finden. Mit flexibler Arbeitszeit würde das noch schwieriger", ist sich Kalliauer sicher.

Unverständnis äußert Kalliauer auch darüber, dass die IV Arbeitsminister Bartenstein zu gesetzlichen Maßnahmen auffordert. "Damit würde die jahrzehntelange Tradition der Sozialpartnerschaft verlassen, die unserem Land Aufschwung und Wohlstand gebracht hat. Offensichtlich ist die IV aber nicht mehr interessiert daran, mit uns gemeinsam eine Lösung zu suchen."

Statt immer wieder auf Flexibilisierung der Arbeitszeit zu setzen, sollten nach Ansicht Kalliauers andere Akzente gesetzt werden:
"Anstatt den Druck auf die Beschäftigten zu erhöhen, müssen endlich wirksame Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit ergriffen werden." Nicht Lohnkonkurrenz, sondern Wettbewerb um hohe Qualität ist das Gebot der Stunde. Eine echte Aus- und Weiterbildungsoffensive sowie öffentliche Infrastrukturmaßnahmen und insbesondere die Stärkung der privaten Kaufkraft sind der einzig gangbare Weg.

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