Jobvernichtung durch Klimaschutz-Desaster

Umweltorganisationen fordern von BM Pröll verbindliche österreichische Klimaschutzziele für 2020 und 2050

Wien (OTS) - Die Umweltorganisationen GLOBAL 2000, Greenpeace und WWF befürchten, dass ohne einen radikalen Kurswechsel in der Klimapolitik Österreichs bis 2012 bis zu drei Milliarden Euro aus Steuergeldern für den Zukauf von CO2-Verschmutzungsrechten ausgegeben werden, anstatt wirksame Klimaschutzmaßnahmen im Inland umzusetzen. Denn mit der derzeitigen Klimapolitik wird Österreich seine Klimaschutzvorgaben aus dem Kyoto-Protokoll um rund 30 Prozent verfehlen. "Österreichs Bundesregierung möchte sich vor den notwendigen Klimaschutz-Hausaufgaben drücken und plant durch den Zukauf von CO2-Verschmutzungsrechten die Klimapolitik auf Jahrzehnte ins Ausland zu verschieben. Dadurch entsteht Österreich in den Jahren 2008 bis 2012 ein gewaltiger volkswirtschaftlicher Schaden", kritisiert Markus Niedermair, WWF-Klimaexperte. "Steuergelder in Milliardenhöhe und Tausende Jobs, die in Österreich geschaffen werden könnten, würden ins Ausland exportiert. Zusätzlich wird durch den Verbleib in der Kohle- und Ölabhängigkeit eine allgemeine Entlastung der Umweltsituation in Österreich bei anderen Luftschadstoffen wie etwa Feinstaub versäumt", so Erwin Mayer, Klimaexperte von Greenpeace. "Österreich gehört bei der Umsetzung der Kyoto-Ziele zu den Schlusslichtern in Europa. Wir fordern den verantwortlichen Minister Pröll auf, diese Talfahrt endlich zu stoppen und wirkungsvolle Klimaschutzmaßnahmen in Österreich umzusetzen", fordert Andreas Baur, GLOBAL 2000.

Die Abweichung vom Kyoto-Ziel beträgt derzeit 23,2 Millionen Tonnen CO2 bzw. 30 Prozent, Tendenz weiter steigend. Ohne zusätzliche Maßnahmen muss von einem jährlichen Reduktionsbedarf von 20-30 Millionen Tonnen CO2 ausgegangen werden. Diese Menge würde bei einem Zertifikatpreis von 10-20 Euro pro Tonne CO2 im ersten Kyoto-Zeitraum 2008 bis 2012 zu Kosten von 1,5 bis 3 Milliarden Euro für den österreichischen Steuerzahler führen. Dieses Geld wäre laut WWF im Inland besser angelegt, denn zahlreiche Studien belegen, dass staatliche Gelder für Klimaschutzmaßnahmen im Inland Arbeitsplätze schaffen und der heimischen Wirtschaft nützen. Zu den Gewinnern einer ambitionierten Klimapolitik zählen Technologie orientierte Branchen, die Bauwirtschaft, große Teile des Handels, aber auch die Landwirtschaft. Laut WIFO bringt die Erreichung des Kyoto-Ziels 26.000, längerfristig bis zu 40.000 Arbeitsplätze. "Anstatt diese möglichen neuen Arbeitsplätze ins Ausland zu exportieren, müssen nun dringend zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen für Österreich erarbeitet werden", so Erwin Mayer von Greenpeace. Besonders absurd erscheint der drohende Freikauf vom Klimaschutz angesichts der laufenden internationalen Klimaschutzverhandlungen. Dort wird bereits über neue Kyoto-Ziele für Industrienationen von minus 30 Prozent bis 2020 und minus 80 Prozent bis 2050 diskutiert. "Wenn Minister Pröll weiterhin den Anti-Klimaschutzkurs der Bundesregierung verfolgt, droht auch eine bremsende Rolle von Minister Pröll bei der bevorstehenden Klimaschutzkonferenz in Montreal", befürchtet Erwin Mayer von Greenpeace. "Wir fordern als nächsten Schritt ein österreichisches CO2-Reduktionsgesetz mit verbindlich festgeschriebenen Zielen von minus 30 Prozent bis 2020 und minus 80 Prozent bis 2050", so die Organisationen abschließend.

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Andreas Baur, Pressesprecher GLOBAL 2000, tel. 0664-1032423.
Mag. Lydia Matzka, Pressesprecherin WWF, tel. 0676-83488288.
MMag. Franko Petri, Pressesprecher Greenpeace, tel. 0664-6126721.

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