Leben am anderen Ende der Pipeline

VertreterInnen von Klimabündnis-Gemeinden aus Österreich, Deutschland und Luxemburg reisen in eine Erdölregion im Regenwald von Amazonien

Wien (OTS) - Erdöl stammt nicht nur aus Wüstengebieten des Nahen Ostens. Auch in tropischen Regenwäldern wird das "schwarze Gold" gefördert. Welche Folgen dies für Mensch und Natur hat, davon wollen sich fünf StädtevertreterInnen aus Österreich, Deutschland und Luxemburg nun selbst überzeugen. Am kommenden Sonntag reisen sie für zwei Wochen mit MitarbeiterInnen des Klimabündnis’ in eine Erdölregion im Amazonasgebiet von Ecuador.

Neben dem Besuch indigener Dörfer stehen Gespräche mit BürgermeisterInnen und BürgerInnen von Erdölstädten und Diskussionen mit ÄrztInnen, JuristInnen und SozialwissenschaftlerInnen in den Provinzen Sucumbíos und Orellana auf dem Programm. Ende August hatten dort tausende Menschen über eine Woche lang Ölquellen besetzt und Straßen blockiert, um gegen die massiven Umweltverschmutzungen und die Armut in den Fördergebieten zu protestieren. Ihre persönlichen Eindrücke sollen die StädtevertreterInnen im politischen Umfeld weitergeben und so dazu beitragen, in Europa verstärkt auf die Situation aufmerksam zu machen.

Als VertreterInnen aus Österreich werden Petra Bayr aus Wien, Abgeordnete zum Nationalrat und Obfrau des Entwicklungspolitischen Unterausschusses, und der Umweltreferent der Stadt Gleisdorf, Karl Hierzer, an der Reise teilnehmen. "Es kann nicht sein, dass die natürlichen Ressourcen für ein luxuriöses Leben von wenigen ausgebeutet und dabei die Lebensgrundlagen vieler Menschen zerstört werden", erklärt Petra Bayr. Das Sehen und Erleben dieser Ungleichheit vor Ort schaffe immer wieder von neuem Wut, die ein guter Motor für Veränderungen sein könne. Auch Karl Hierzer möchte die persönlichen Eindrücke von der Reise dazu nutzen, um in seiner Gemeinde über die Situation zu informieren: "Ich möchte bei den Bürgern und Bürgerinnen ein Bewusstsein dafür schaffen, wie wichtig der Ausbau und Einsatz erneuerbarer Energien als Gegenpol zu fossilen Energieträgern ist. Gleisdorf soll und muss als Solarstadt Österreichs hier eine Vorreiterrolle einnehmen."

Klimabündnis Österreich organisiert die Reise gemeinsam mit der Europäischen Geschäftsstelle des Klima-Bündnis in Frankfurt am Main und Action Solidarité Tiers Monde (ASTM) / Klimabündnis Luxemburg im Rahmen des Bildungsprojektes "Schwarzes Gold aus grünen Wäldern". Ein ecuadorianischer Anthropologe begleitet die Gruppe. Schwerpunkt ist die Darstellung der Situation der indigenen Völker in Amazonien und die Bedrohung ihrer Kultur durch die Zerstörung des Regenwaldes, insbesondere durch die Ölförderung. Durch ihre Mitgliedschaft im Städtenetzwerk sind Wien und Gleisdorf neben einer Selbstverpflichtung zum Klimaschutz auch ein Bündnis mit den indigenen Völkern im Amazonasgebiet eingegangen. Weitere Informationen zum Thema unter www.erdoelinamazonien.org.

Klimabündnis Österreich

Das Klimabündnis ist eine globale Partnerschaft zum Schutze des Weltklimas zwischen ca. 1500 europäischen Kommunen und den indigenen Völkern des Amazonasgebietes. In Österreich sind bisher 602 Städte und Gemeinden sowie alle Bundesländer, 101 Schulen und ca. 280 Betriebe dem Klimabündnis beigetreten. Inzwischen repräsentiert das Städtenetzwerk europaweit fast 50 Millionen Bürgerinnen und Bürger. Unter den Mitgliedern sind auch zahlreiche Großstädte wie Barcelona, Bern, Berlin, München, Den Haag, Venedig und Wien sowie Luxemburg.

FOIRN - Klimabündnis-Partner in Brasilien; COICA - Partner als Dachverband der indigenen Organisationen Gesamtamazoniens
Die FOIRN und die COICA vertreten die indianischen Interessen auf nationaler und internationaler Ebene und verwirklichen ein umfassendes regionales Entwicklungsprogramm. Ziel ist eine selbst bestimmte und kulturell angepasste Entwicklung, bei der Mensch und Natur respektiert werden. Sie sind mittlerweile staatlicherseits als Verhandlungs- und Vertragspartner mit Sitz und Stimme in verschiedenen Gremien anerkannt.

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Gleisdorf: Karl Hierzer, Tel.: 0664 39 42 295, zu Bürozeiten

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