Potenziale ausschöpfen statt Betten zählen

LSth. Bischof präsentierte Konzept für tageschirurgische/tagesklinische Versorgung

Bregenz (VLK) - Um das Ziel einer wohnortnahen, qualifizierten und modernen, aber auch wirtschaftlich sinnvollen Gesundheitsversorgung zu erreichen, müssen auch die Potenziale einer tageschirurgischen/tagesklinischen Betreuung ausgeschöpft werden. Ein entsprechendes Konzept präsentierte Landesstatthalter Hans-Peter Bischof heute, Dienstag, im Pressefoyer.
Aufgrund des medizinischen Fortschrittes ist bei vielen Eingriffen keine stationäre Aufnahme mehr nötig, sondern der Patient kann das Spital bereits nach wenigen Stunden wieder verlassen. Bischof: "Ziel unseres Konzeptes ist es daher, solche Behandlungen unter Einhaltung der hohen Qualitätsstandards in unseren Krankenhäusern mit möglichst geringer Belastung der Krankenhaus-Ressourcen abzuwickeln."

Auf Basis der Daten des Jahres 2004 wurden für die Krankenhäuser in Bregenz, Feldkirch, Hohenems, Bludenz und Dornbirn insgesamt ca. 15.000 operative Eingriffe ermittelt, die potenziell tageschirurgisch abgewickelt werden könnten. Der Katalog tageschirurgischer Leistungen umfasst ca. 50 medizinische Einzelleistungen.

Um die Möglichkeiten der tageschirurgischen und tagesklinischen Betreuung bestmöglich zu nutzen, sollen dafür in den Spitälern eigene zentrale Strukturen geschaffen werden, die interdisziplinär geführt werden. Diese Einheiten sollen mit eigenem Aufnahme- und Wartebereich, Untersuchungsraum, Besprechungszimmer, Operationssaal, Ruheraum und Überwachungs-Stützpunkt ausgestattet sein. Durch die Einrichtung solcher Funktionsbereiche in den Krankenhäusern wird der stationäre Bereich wesentlich entlastet. Im Gegenzug zu den aufzubauenden Bettenkapazitäten im tageschirurgischen Bereich (39 Betten) kann mit einem maximal möglichen Bettenabbau in Höhe von insgesamt ca. 149 Betten auf den Stationen der Spitäler gerechnet werden.

LSth. Bischof: "Der Abbau von Akutbetten ist auch in Vorarlberg notwendig und möglich. Aber wie durch andere europäische Länder bewiesen, wird die Qualität der Versorgung nicht durch die Anzahl der Betten bestimmt. Der Schlüssel zum Erfolg unseres Gesundheitswesens liegt neben der Implementierung der tagesklinischen/tageschirurgischen Versorgung eindeutig in einem zwar abgestimmten, aber tief vernetzten Versorgungssystem, wie wir es etwa in unseren Krankenhäusern Feldkirch und Rankweil aufgebaut haben."

Die Basis zur Umsetzung des Konzeptes konnte Bischof gestern, Montag, in Wien bei Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat legen. Im Zuge der Verhandlungen über den Österreichischen Strukturplan Gesundheit (ÖSG) wurde in wichtigen Eckpunkten eine Einigung erzielt. Bischof begrüßt den damit eingeleiteten Paradigmenwechsel - weg von der Betrachtung der Spitalsbettenzahl hin zu einer qualitätssichernden Angebotsplanung: "Statt reinem Betten-zählen können wir künftig alle zur Verfügung stehenden Ressourcen bestmöglich nutzen. So wird eine bedarfsgerechte, qualitativ hochwertige und gleichwertige Versorgung in Vorarlberg sichergestellt."
(gw)

Audio(s) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Audio Service, sowie im OTS Audioarchiv unter http://audio.ots.at

Rückfragen & Kontakt:

Landespressestelle Vorarlberg
Tel.: 05574/511-20135
Fax: 05574/511-20190
Hotline: 0664/625 56 68 oder 625 56 67
presse@vorarlberg.at
http://www.vorarlberg.at/presse

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVL0015