Unternehmertrio des Jahres: Starke Klein- und Mittelbetriebe sind Standortvorteil für Österreich

Politik und Wirtschaft loben Stabilisierungsfunktion der kleinen und mittleren Unternehmen

Wien (PWK804) - Dickes Lob ernteten gestern, Montag Abend, die kleinen und mittleren Unternehmen im Rahmen der Auszeichnung des Unternehmertrios des Jahres 2005 aus Gewerbe, Handwerk und Dienstleistung in der Bank Austria: "Es ist gut, eine Mischung aus großen, mittleren und kleinen Unternehmen zu haben. In Österreich bilden die KMU ein Kettenhemd, das uns auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten fast unverwundbar gegenüber konjunkturellen Schwankungen macht", betonte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel im Rahmen seiner Festansprache. Dies sei auch besonders wichtig, da es gelte, Antworten auf die Frage zu finden, wie wir es schaffen, größtmögliche Wirtschaftsleistung mit Sicherheit und Wohlstand zu verbinden.

Dass Österreichs Betriebe gut aufgestellt seien, habe auch damit zu tun, dass "wir die Chancen der Erweiterung früher begriffen haben als andere", die Impulse seien nach Österreich hereingeholt und damit Arbeitsplätze gesichert worden. Nicht zuletzt sei Österreich außerdem in allen Erweiterungsländern unter den drei größten Investoren.

Deutlich unterstrich Schüssel - der gerade von einem Treffen der europäischen Sozialpartner in London gekommen war - auch den Riesenvorteil, den Österreich durch die Sozialpartner hat, "da es letztlich kein besseres Modell gibt". Er, Schüssel, wünsche sich aber auch die Schaffung einer europäischen Sozialpartnerschaft, die sich mit wichtigen und aktuellen Fragen (Stichwort Doha-Runde, Welthandel, Liberalisierung von Dienstleistungen) im Vorhinein auseinandersetze.

Wie wichtig Veranstaltungen wie das Trio des Jahres auch für die Unternehmer selbst seien, hob WKÖ-Präsident Christoph Leitl hervor:
"Ich bin stolz auf die Mitglieder, die die Chancen und Herausforderungen tagtäglich ergreifen. Die besten neun aus Gewerbe, Handwerk und Dienstleistung sind gute Beispiele hierfür und nichts überzeugt stärker und besser als eben jene guten Beispiele." Dass die Motivation stimme, zeige sich anhand der Gründungszahlen: Gab es im Jahr 1995 ein Saldo aus Unternehmensgründungen und Insolvenzen aus + 1.000, betrug das positive Saldo 2004 bereits +12.000! "Ich freue mich, dass wir gute und motivierte junge Menschen haben, die den Weg in die Selbständigkeit gehen", so Leitl.

Wie wichtig die KMU´s für den Standort insgesamt seien, zeige sich auch anhand der Lehrlingszahlen: "Defacto sind die Hälfte der in Ausbildung befindlichen Lehrlinge im Gewerbe und Handwerk zu finden. Von 110.000 Lehrlingen gehen damit knapp 60.000 auf das Konto von Gewerbe und Handwerk", rechnete Wirtschaftsminister Martin Bartenstein vor. Dass es wichtig sei, die Betriebe in dieser Frage zu unterstützen, stehe außer Frage. Mit dem Blum-Bonus habe man hier ein attraktives Instrument geschaffen, mit dem man zu mehr Lehrvertragsabschlüssen kommen werde. Derzeit habe man bereits 6.000 Anmeldungen für diesen Bonus. Das "Projekt 06" das seit 1. September in Kraft ist, fördert Betriebe, die zusätzliche Lehrlinge aufnehmen. Für jeden zusätzlichen Lehrling beträgt die Förderung im ersten Lehrjahr 400 Euro pro Monat, im zweiten 200 Euro pro Monat und im dritten 100 Euro pro Monat.

Für die beiden Obmänner der Bundessparten Gewerbe und Handwerk, Georg Toifl, und Information und Consulting, Hans-Jürgen Pollirer, ist diese Veranstaltung der Beweis "erfolgreicher, spartenübergreifender Zusammenarbeit". Vorrangiges Thema für das Gewerbe in den kommenden Monaten sei die Fortführung der Exportinitiative, die im Frühjahr dieses Jahres gestartet wurde und bisher ein deutliches Plus von 15 Prozent bei den Firmenkontakten eingebracht habe. "Ziel ist es, dass die KMU aus Gewerbe und Handwerk den Export als so selbstverständlich sehen, wie wenn sie einen Kunden ums Eck betreuen", so Toifl.

Deutlich werde der Faktor Gewerbe und Handwerk auch als wichtiger Impulsgeber am heimischen Arbeitsmarkt. "Wir sind der größte Arbeitgeber in der Republik, jeder 10. unserer 600.000 Arbeitnehmer ist ein Auszubildender. Und wir verlagern in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch keine Arbeitsplätze ins Ausland", unterstrich der Gewerbe-Obmann.

Reginald Benisch, Chefredakteur des Trend, sieht die KMU in einer "staatstragenden Rolle". Die künftige Entwicklung werde jedenfalls nicht - wie schon oft vorausgesagt - ein Sterben der Kleinen und ein Größerwerden der Großen sein, vielmehr, so Benisch, werden die kleinen Unternehmen wachsen und größer werden. Die Gloablisierung sei für die kleinen Unternehmen insgesamt eine Chance. Ralph Müller, Vertreter des Mitveranstalters Bank Austria, sieht in der Veranstaltung ein Signal an die KMU "wie wichtig sie für die heimische Wirtschaft sind und welche breite Aufmerksamkeit sie verdienen". Die Preisträger hätten aus ihren Unternehmen kleine und große Erfolgsgeschichten gemacht.

Das "Trio des Jahres" ist eine Initiative der Sektion Gewerbe-Handwerk-Dienstleistung der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), des Wirtschaftsmagazins "trend" und der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA). Ausgezeichnet werden Spitzenleistungen von heimischen Klein- und Mittelbetrieben. (us)

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