Bartenstein trifft kroatischen Vizepremier Polancec

Beitrittsverhandlungen sind starker Impuls für das Reformtempo

Wien (OTS/BMWA) - Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Martin Bartenstein traf heute den Vizepremierminister der Republik Kroatien, Damir Polancec, zu einem Arbeitsgespräch. Der für Wirtschaftskoordination zuständige kroatische Vizepremier nimmt in Begleitung einer hochrangigen Delegation an dem von der Wirtschaftskammer Österreich veranstalteten "Kroatien-Tag" teil, der dieses Jahr bereits zum 6. Mal stattfindet.****

Im Mittelpunkt des Gespräches standen vor allem Fragen im Zusammenhang mit der jüngst erfolgten Entscheidung von Luxemburg über den Beginn der Beitrittsverhandlungen mit Kroatien, sowie das weitere Verhandlungsprozedere in Hinblick auf die bevorstehende österreichische EU-Präsidentschaft in der ersten Jahreshälfte 2006 stehen. Wirtschaftsminister Bartenstein begrüßte diesen Beschluss, der aus österreichischer Sicht schon lange überfällig war. Österreich hat als Mitglied der auf seine Initiative hin geschaffenen Task Force einen wesentlichen Beitrag geleistet, und ist davon überzeugt, dass Kroatien seine "volle Zusammenarbeit" mit dem Haager Kriegsverbrechertribunal weiter fortsetzen und verstärken wird.

"Am Beispiel Kroatiens wird deutlich, welche Fortschritte möglich sind, wenn demokratische und marktwirtschaftliche Reformen konsequent umgesetzt werden. Es zeigt auch, dass jedes Land durch eigene Reformanstrengungen und Reformfortschritte den Annäherungsprozess an die Europäische Union in der Hand hat. Kroatien hat damit eine Vorreiterrolle für die gesamte Region erlangt.", betonte Bartenstein. Weitere Gesprächspunkte waren die positive Entwicklung und der weitere Ausbau der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen sowie die Möglichkeiten österreichische Investitionen in Kroatien zu fördern. Fragen gemeinsamen Interesses, wie die Zusammenarbeit im Rahmen der WTO, rundeten das Gespräch ab.

Mit einem Investitionsvolumen von rund 2,5 Milliarden Euro und einem Anteil von 26 % an den Gesamtinvestitionen liegt Österreich -als größter Auslandsinvestor in Kroatien - weiterhin unangefochten auf Platz 1, gefolgt von Deutschland und den USA. Auch bei den ausländischen Neuinvestitionen 2004 liegt Österreich mit einem Anteil von 30 % an der Spitze.
Der Außenhandel zwischen Österreich und Kroatien zeigt nach einer leichten Abflachung der Exportdynamik im Jahr 2003 (+4%) weiterhin eine erfreuliche Entwicklung. Im vergangenen Jahr legten die österreichischen Exporte nach Kroatien um rund +18% zu und überschritten damit neuerlich die 1 Milliarde Euro-Marke (1.219,3 Millionen Euro). Auch die österreichischen Importe aus Kroatien steigerten sich um rund +45 % auf 583,8 Millionen Euro. Der daraus resultierende Handelsbilanzüberschuss von rund 636 Millionen Euro zählt zu den höchsten, die Österreich im Außenhandel erzielt (Platz 6 weltweit). Damit liegt Kroatien unter den wichtigsten Exportmärkten Österreichs.
Die Entwicklung in den ersten 7 Monaten des heurigen Jahres ist zwiespältig verlaufen. Während die führende Position österreichischer Investoren weiter ausgebaut werden konnte, ist die Dynamik des Außenhandels etwas abgeflacht, sowohl bei den österreichischen Exporten (-1,5%) als auch bei den österreichischen Einfuhren aus Kroatien (-6,3%) war ein leichter Rückgang festzustellen.

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