Dobnigg: Polizeimusikkapellen vor dem Aus?

SPÖ-Nationalrat setzt sich für die Rettung der Polizeimusikkapelle Leoben ein und verlangt von Ministerin Prokop volle Aufklärung über ihre Pläne

Wien (SK) - Ein Erlass des Innenministeriums vom Mai 2005 könnte bei genauer Auslegung das Aus für beinahe alle österreichischen Polizeimusikkapellen bedeuten. SPÖ-Abgeordneter Karl Dobnigg setzt sich nun dafür ein, dass die gefährdete Polizeimusik Leoben als einer der wesentlichen Klangkörper in der Region auf jeden Fall erhalten bleibt. ****

Seit der Gründung im Jahr 1988 hat sich die Polizeimusik Leoben zu einem anerkannten Klangkörper entwickelt, der praktisch bei allen größeren feierlichen Anlässen in der Stadt Leoben und Umgebung für eine würdige musikalische Umrahmung gesorgt hat. Positiv hebt Dobnigg auch die vorbildliche musikalische Nachwuchsarbeit hervor, die von der Polizeimusik Leoben geleistet wird. Denn viele Jugendliche, auch wenn nicht bei der Polizei beschäftigt, gehören dem Klangkörper an, und können so ihre Freizeit sinnvoll verbringen.

Die Polizeimusik Leoben besteht auf einer Vereinsbasis und hat sich nie das Recht herausgenommen, eine Dienstmusik zu sein. Sie hat weder seitens der Polizei noch des Innenministeriums jemals finanzielle Unterstützung erhalten. Sie hat sich vollkommen selbständig erhalten.

"Im Zuge der Zusammenlegung von Gendarmerie und Polizei kam es zu einer dramatischen Verschlechterung, indem das Innenministerium verfügt hat, dass es bei jedem Landespolizeikommando nur mehr eine Dienstmusik geben darf. Das bedeutet das Aus für zahlreiche Polizeimusikkapellen - auch für die Polizeimusikkapelle Leoben, denn in der Steiermark soll es nur mehr die Musikgruppe des ehemaligen Landesgendarmeriekommando geben", informiert Dobnigg. Als Problem kommt noch hinzu, dass jetzt auch ein "unbefugtes Tragen der Polizeiuniform" ausgesprochen wurde. "Das ist ein Anschlag auf unsere gewachsene und von der Bevölkerung geschätzte Tradition", ist Dobnigg verärgert.

Dobnigg appelliert an ÖVP-Innenministerin Prokop, guten Willen zu zeigen und zu ermöglichen, dass die "gute, alte Polizeimusik Leoben" bestehen bleiben kann. In Abstimmung mit den Verantwortlichen der Polizeimusikkapelle verweist der Abgeordnete darauf, dass eine Umbenennung in z.B. "Freunde der Polizei" kein Problem wäre, ebenso wenig wie das Entfernen der Corpsabzeichen und der Dienstränge vom Kragenspiegel der alten Polizeiuniformen, die ja sowieso Auslaufmodelle sind und daher in Zukunft als Nostalgieuniformen verwendet werden könnten. In seiner im Parlament eingebrachten Anfrage verlangt Dobnigg von Ministerin Prokop eine umfassende Aufklärung über die Zukunft der Polizeimusikkapellen und die Rücknahme ihrer kulturell destruktiven Pläne. (Schluss) ps/mp

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