Slowenische Euro-Münzen: LH Haider, LHStv. Strutz und LR Dörfler bringen Antrag in Regierungssitzung ein

Bundesregierung soll dringend aufgefordert werden, Slowenien von Verwendung Kärntner Symbole auf Münzen abzubringen

Klagenfurt (LPD) - Im Zusammenhang mit der Absicht, den Kärntner Fürstenstein auf die slowenischen Zwei-Cent-Münzen zu prägen, bringen Landeshauptmann Jörg Haider, LHStv. Martin Strutz und Landesrat Gerhard Dörfler in der heutigen Regierungssitzung einen Antrag ein. Demnach soll das Kollegium der Kärntner Landesregierung die Mitglieder der Bundesregierung dringend auffordern, in bilateralen Verhandlungen dafür Sorge zu tragen, dass die Republik Slowenien Abstand davon nimmt, ein zentrales Symbol der Kärntner Landesgeschichte wie den Fürstenstein auf einer von der Republik Slowenien verbreiteten und europaweit als Zahlungsmittel gebräuchlichen Münze zu verwenden.

Haider, Strutz und Dörfler machen zudem in einer Resolution auf historische Hintergründe aufmerksam. So sei der Mythos vom Staat der Karantanerslawen als Wiege des heutigen slowenischen Staates gänzlich unhistorisch. Dies gehe auch aus einer Stellungnahme des führenden slowenischen Historikers Bogo Grafenauer hervor, der sich ausführlich mit dieser Problematik auseinandergesetzt habe. Er sagte 1991: "Auf dem Fürstenstein hat jener die Macht erhalten, der in Kärnten geherrscht hat ... Wir wissen, dass die Südgrenze jenes Gebietes, in dem die slowenischen Fürsten herrschten, auf den Karawanken war". Der Fürstenstein sei daher ein Symbol Kärntens, seine Verwendung auf einem Zahlungsmittel Sloweniens "unpassend" (neprimeren).

Die Resolution im Wortlaut:

RESOLUTION

Wie bekannt wurde, plant die Notenbank der Republik Slowenien den Kärntner Fürstenstein als Motiv für die slowenische Zwei-Cent-Münze zu verwenden.

In diesem Zusammenhang wird auf folgende historische Hintergründe hingewiesen:

Schon am 7. November 1991 hat der Kärntner Landtag in einer Resolution die Verwendung des Fürstensteins auf provisorischen Geldscheinen der Republik Slowenien entschieden abgelehnt und als Störung der guten nachbarschaftlichen Beziehungen bezeichnet. Die Republik Slowenien hat daraufhin im Interesse dieser guten Nachbarschaft eingelenkt und den Plan fallen gelassen, den Fürstenstein auf die definitiv ausgegebenen Tolar-Scheine zu setzen.

Umso mehr verwundert es, dass laut Ankündigung der Notenbank der Republik Slowenien geplant ist, den Kärntner Fürstenstein im Jahr 2007 als Motiv für die 2-Cent-Münzen zu verwenden.

Der Mythos vom Staat der Karantanerslawen als Wiege des heutigen slowenischen Staates ist gänzlich unhistorisch. Der Fürstenstein war für das frühmittelalterliche slawische Fürstentum Karantanien und nachfolgend für das Herzogtum Kärnten von größter Bedeutung. Auf ihm wurden noch im Spätmittelalter die Kärntner Herzöge von einem freien Edlingbauern in der slawischen Volkssprache eingesetzt.

Auf dem Fürstenstein wurden bis zum Jahre 1414 jedoch ausschließlich Kärntner Herzöge eingesetzt, wobei Karantanien seine Südgrenze entlang der Karnischen Alpen und der Karawanken hatte und das heutige slowenische Staatsgebiet kaum berührte.

Auch der führende slowenische Historiker Bogo Grafenauer, der sich mit dem grundlegenden Buch "Ustolicevanje koroskih vojvod in drzava karantanskih Slovencev (Die Kärntner Herzogseinsetzung und der Staat der Slowenen Karantaniens", Ljubljana 1952) ausführlich mit dieser Problematik auseinandergesetzt hat, nahm 1991 ganz im Sinne Kärntens Stellung: "Auf dem Fürstenstein hat jener die Macht erhalten, der in Kärnten geherrscht hat ... Wir wissen, dass die Südgrenze jenes Gebietes, in dem die slowenischen Fürsten herrschten, auf den Karawanken war". Der Fürstenstein sei daher ein Symbol Kärntens, seine Verwendung auf einem Zahlungsmittel Sloweniens "unpassend" (neprimeren).

Die Kärntner Landesregierung sieht in dem Plan, den Fürstenstein, ein zentrales Symbol der Kärntner Landesgeschichte, auf einer von der Republik Slowenien verbreiteten und europaweit als Zahlungsmittel gebräuchlichen Münze unter der Umschrift "Slovenija" zu verwenden, eine unter guten Nachbarn unübliche und befremdende Vorgangsweise.

Es wird daher der Antrag gestellt, die Kärntner Landesregierung wolle beschließen:

1. Das Kollegium der Kärntner Landesregierung fordert die Mitglieder der Bundesregierung dringend auf, in bilateralen Verhandlungen dafür Sorge zu tragen, dass die Republik Slowenien Abstand davon nimmt, ein zentrales Symbol der Kärntner Landesgeschichte wie den Fürstenstein auf einer von der Republik Slowenien verbreiteten und europaweit als Zahlungsmittel gebräuchlichen Münze zu verwenden.

2. Landeshauptmann Dr. Jörg Haider wird ermächtigt, die Bundesregierung über diese Resolution der Kärntner Landesregierung in Kenntnis zu setzen.
(Schluss

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