ÖÄK kritisiert Entlassung eines Salzburger Spitalsarztes im aktuellen Gehaltskonflikt

Brettenthaler: "Warne davor, Kritiker mundtot zu machen" - Hovdar: "Arzt muss wiedereingestellt werden"

Wien (OTS) - Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Reiner Brettenthaler, hat scharfe Kritik an der Entlassung eines an den Salzburger Landeskliniken beschäftigten Oberarztes im Zusammenhang mit den dort laufenden Gehaltsverhandlungen geübt. Der Orthopäde war heute mit der Begründung fristlos entlassen worden, er habe in einem Mail seine Kolleginnen und Kollegen in den Salzburger Landeskliniken im Vorfeld der Betriebsversammlung am letzten Freitag aufgefordert, dem aktuellen Kompromissangebot der Salzburger Landesregierung nicht zu folgen und in der Sache hart zu bleiben.

Brettenthaler bezeichnete die Entlassung, die dem Oberarzt heute mündlich mitgeteilt wurde und auch dem Betriebsrat mündlich zuging, in einer Aussendung am Montag als "beispiellos repressive Vorgangsweise", die er als ÖÄK-Präsident schärfstens zurückweise. "Wir leben in keinem vordemokratischen Staat, in dem eine freie Meinungsäußerung mit Existenzvernichtung geahndet werden kann", kritisierte der Präsident, der die sofortige Wiedereinstellung des betroffenen Oberarztes fordert. Er warne entschieden davor, Kritiker mundtot machen zu wollen und den Arbeitsplatz Spital damit noch unattraktiver für die Spitalsärzte zu machen. Es sei ein "beschämendes Demokratieverständnis" der Geschäftsleitung, in einem Tarifkonflikt mit derartigen Untergriffen zu agieren, so Brettenthaler. Die Anliegen der Spitalsärzte nach Aufbesserung der Grundgehälter seien "voll berechtigt". Derzeit arbeiten in Österreich Untersuchungen der Arbeitsinspektorate zu Folge Spitalsärzte bis zu 100 Wochenstunden und mehr.

Der Verhandlungsführer der Salzburger Spitalsärzte und Vizepräsident der Salzburger Ärztekammer, Dr. Terje Hovdar, forderte in der Aussendung ebenfalls die Wiedereinstellung des Arztes und gleichzeitig den Rücktritt des zuständigen Geschäftsführers der Salzburger Landeskliniken, Max Laimböck. "Die gesamte Salzburger Kollegenschaft - und zwar Spitalsärzte wie niedergelassene Ärzte -steht hinter unseren Gehaltsforderungen. Wir werden uns nicht einschüchtern lassen, sondern Fälle wie diesen zum Anlass nehmen, noch entschlossener für unsere Rechte einzutreten", warnte Hovdar. Die "volle Solidarität" der Salzburger Ärzteschaft sei dem Oberarzt gewiss. Werde die Entlassung nicht aufgehoben und würden andere Repressalien gegen weitere Kollegen erfolgen, werde dies zu Solidaritätsaktionen bis hin zu Arbeitskampfmaßnahmen der Spitalsärzte führen, kündigte Hovdar an.

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