ÖAMTC: Im Herbst steigt die Unfallgefahr durch schlechte Sichtverhältnisse deutlich

Ein Großteil aller Unfälle im Herbst passiert bei Dämmerung und Dunkelheit

Wien (OTS) - Im Herbst ist erhöhte Aufmerksamkeit von allen Verkehrsteilnehmern gefragt. Veränderte Lichtverhältnisse, tiefstehende Sonne, getrübte Sicht durch Nebel und früher einsetzende Dunkelheit verlangen den Autofahrern verstärkte Aufmerksamkeit und Konzentration ab. Die Gefahr durch herbstliche Sonnenstrahlen und Blendung ist nicht zu unterschätzen. "Wer lediglich für eine Sekunde von der Sonne geblendet wird, legt bei Tempo 50 bereits 14 Meter im Blindflug zurück. Bei 130 Stundenkilometern auf der Autobahn sind es bereits beachtliche 36 Meter, was in etwa zwei Sattelschlepperlängen entspricht. In einer Gefahrensituation können dies entscheidende Meter sein, um vor einem Hindernis noch rechtzeitig stehen bleiben zu können", weiß ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Eine defensive und vorausschauende Fahrweise ist gerade jetzt besonders gefragt.

Die innere Uhr tickt zum Jahreszeitenwechsel anders: Müdigkeit und verlangsamte Reaktionsfähigkeit sind häufig die Folge des Wetterumschwungs. Gleichzeitig steigt dadurch die Gefahr andere Verkehrsteilnehmer, wie Fußgänger oder Radfahrer zu übersehen. Dunkle Bekleidung ist ein Unsicherheitsfaktor. In der dunklen Jahreszeit bieten helle Farben einen Weckreiz für das Auge. "Ein Fußgänger, der bei Dämmerung oder Dunkelheit am Straßenrand unterwegs ist, wird von einem Autofahrer bei Abblendlicht erst auf eine Entfernung von 25 bis 30 Metern erkannt. Trägt der Fußgänger allerdings ein Kleidungsstück mit reflektierendem Material, so ist er für den Fahrzeuglenker bereits ab 150 Meter Entfernung wahrnehmbar", sagt die ÖAMTC-Expertin.

"Licht und Helligkeit bedeuten für den Autofahrer ein Mehr an Information aus der Umgebung und ein Mehr an Sicherheitsreserven, wie zum Beispiel kürzere Reaktionszeiten beim Bremsen. Hindernisse auf der Fahrbahn können schneller erkannt und zugeordnet werden. Gleiches gilt für Fußgänger oder Radfahrer: Je heller sie gekleidet sind oder Kleidung mit reflektierenden Streifen tragen, umso besser können sie wahrgenommen werden", so Seidenberger. Die Unfallzahlen sprechen für sich. Im Jahr 2004 gab es knapp 3.000 Verletzte nach Unfällen bei Dämmerung. Allein die Unfallzahl der typischen Herbstmonate September, Oktober und November liegt bei über 11.000 mit 234 Getöteten, das sind rund 27 Prozent der gesamt Getöteten des Jahres 2004.

Auf plötzlich auftretende Gefahren kann man sich kaum vorbereiten. Umso wichtiger ist es, einige Sicherheitsregeln einzuhalten:

* Vorausschauend fahren: Auf sich verändernde Lichtverhältnisse oder eine mögliche Blendung gefasst machen und das Tempo rechtzeitig reduzieren. Mehr Abstand halten bedeutet auch mehr Zeit, um rasch reagieren oder rechtzeitig vor einem Hindernis bremsen zu können.

* Sonnenschutz: Eine Sonnenbrille schützt vor Blendung durch Sonnenstrahlen. Brillenträger sollten regelmäßig ihre Augen überprüfen lassen.

* Saubere Innen- und Außenscheiben: Ordentlich gereinigte Windschutzscheiben und Helmvisiere sind gerade in der Herbstzeit besonders wichtig. Durch das fast waagrecht einfallende Licht auf schmutziges, nicht fettfreies Glas, wird der Lichtstrahl stärker gebrochen und der Blendeffekt dadurch noch zusätzlich verstärkt.

* Sichtbarkeit bringt Sicherheit: Fußgängern und Radfahrern empfiehlt die ÖAMTC-Expertin vor allem bei Dämmerung und Dunkelheit helle Kleidung zu tragen, am besten mit reflektierendem Material. "Fußgänger oder Radfahrer sollten sich gerade bei Dunkelheit nicht durch parkende Autos durchschlängeln, sondern versuchen "helle" gut einsehbare Übergänge zu finden.

* Nicht ablenken lassen: Bei schwierigen Sichtverhältnissen Ablenkungen während der Fahrt, wie ein Telefonat mit dem Handy, unterlassen. Volle Konzentration auf die Straße ist gefragt. Das gilt auch für Gespräche mit dem Beifahrer.

* Am Straßenrand orientieren: Bei Gegenverkehr nicht direkt in die Scheinwerfer des Entgegenkommenden schauen, sondern bewusst versuchen den Blick am rechten Straßenrand zu halten.

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