Oscar Academy weist österreichischen Beitrag "Caché" für den Auslandsoscar zurück

Fachverband der Audivisions- und Filmindustrie übermittelt Protestnote

Wien (PWK798) - Das Exekutivkommitee der Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat überraschend den vom Fachverband der Audiovisions- und Filmindustrie für Österreich nominierten Film "Caché" / "Hidden" des Regisseurs Michael Haneke (Produktion:
WEGA-Film) mit der Begründung zurückgewiesen, dass der (französischsprachige) Dialog nicht die Forderung erfülle, dass der komplette Film dominierend in der offiziellen Sprache des Entsendelandes gedreht sei.

Der Fachverband der Audiovisions- und Filmindustrie hat in einer Protestnote an die Academy of Motion Picture Arts and Sciences diese fragwürdige Auslegung des Reglements nachdrücklich zurückgewiesen.

Nicht nur verlässt diese Entscheidung eine jahrelang Übung, Originaldialoge in anderen Sprachen als der des Entsendelandes zuzulassen, wenn die Geschichte eine andere Sprache logischerweise verlangt, sondern hat die Academy damit die Tatsache völlig ignoriert, dass "Caché" ein zutiefst österreichischer Film ist, weil abgesehen vom Finanzierungsanteil die gesamte wesentliche künstlerische Leitung zum einen durch die Arbeit Michael Hanekes über Buch und Regie geprägt ist, darüber hinaus Kamera, Dekor, Kostüm und der überwiegende Teil der Technik den künstlerisch-kreativen Input österreichischer Filmschaffender repräsentiert.
Eben wegen dieses eindeutig österreichischen Überhangs könnte "Caché" auch nicht für Frankreich für die Oscars eingereicht werden und gilt auch innerhalb Europas - z.B. für den Europäischen Filmpreis - als originär österreichischer Film.

Die Konsequenz der Formalentscheidung der Academy wäre, dass eine Reihe wichtiger europäischer Regisseure, die aufgrund ihrer Qualität überregional arbeiten können und auf Koproduktionsebene logischerweise mit sprachlich unterschiedlichen Ländern zusammenarbeiten, nun nicht mit ihren Filmen für den Auslandsoscar nominiert werden könnten. Hanekes voriger Film "Die Klavierspielerin" bei dem die gleichen Sachverhalte bestanden, wurde von der Academy 2001 akzeptiert.

Der Fachverband weist darauf hin, dass damit einer der erfolgreichsten Filme des Jahres 2005 - z.B. Preis für die beste Regie in Cannes - aufgrund einer restriktiven Auslegung unklarer und widersprüchlicher Regulierungen vom Bewerb ausgeschlossen würde und fordert eine Revision dieser Entscheidung. (US)

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