"Schluss mit Lärm" - AUVA setzt Maßnahmen gegen die häufigste Berufskrankheit

Wien (OTS) - - Europäische Woche des Jahres 2005 unter dem Motto "Schluss mit Lärm"

- AUVA begrüßt Umsetzung der EU-Richtlinie und will durch Information und Bewusstseinsbildung die Lärmschwerhörigkeit reduzieren

Lärmschwerhörigkeit ist in Österreich nach wie vor die häufigste anerkannte Berufskrankheit. Sie verursacht nicht nur menschliches Leid, sondern auch hohe betriebs- und volkswirtschaftliche Kosten. "Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 1.300 Fälle von beruflicher Lärmschwerhörigkeit. Das entspricht 21,3 Prozent aller Berufskrankheits-Renten. Dank intensiver Bemühungen der AUVA in den letzten dreißig Jahren werden heute jährlich nur noch etwa 30 bis 40 neue Lärmrenten zuerkannt. Aber auch diese Zahl wollen wir noch senken. Abgesehen davon, belasten die durch Lärm mitverursachten Krankenstände auch die österreichische Wirtschaft", sieht der Obmann der AUVA Komm.-Rat Helmut Klomfar hier Handlungsbedarf. Lärm ist ein großes gesamteuropäisches Problem. Deshalb hat die Europäische Kommission das Jahr 2005 unter das Motto "Schluss mit Lärm" gestellt. "Damit soll europaweit ein Bewusstsein für die schädigenden Auswirkungen von Lärm geschaffen und neue Impulse und Initiativen zur Senkung der Lärmschwerhörigkeits-Renten erreicht werden", erläutert der zuständige Experte der AUVA Dipl.-Ing. Dr. Karl Körpert. Die AUVA hat unter diesem Motto bereits im Frühsommer drei Informationsveranstaltungen in den Bundesländern abgehalten, heute findet von 9 bis 16.30 Uhr die bundesweite Abschlussveranstaltung im Wiener Museumsquartier statt. Darüber hinaus beteiligte sich die AUVA an der erfolgreichen, europaweit einsetzbaren Zeichentrickfilmproduktion "Napo in 'Schluss mit Lärm!'". "Dieser unterhaltsame und ebenso nachdenklich stimmende Film ist an keine Sprache gebunden und wendet sich an alle betroffenen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Das 10-Minuten-Video eignet sich sehr gut für Informations- und Schulungszwecke und wird ab Dezember beim Österreichischen Filmservice unter office@filmservice.at erhältlich sein", so Körpert. Einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Situation sieht die AUVA auch in der EU-Richtlinie betreffend Lärm am Arbeitsplatz, die Anfang 2006 in Österreich umgesetzt wird. Die wesentlichen Neuerungen in Österreich sind:

  • Neue Grenzwerte: Bis dato gibt es nur einen Grenzwert für dauerhafte Lärmeinwirkung. In Hinkunft gibt es auch einen Grenzwert für kurzfristige Schalleinwirkungen (z. B. Hammerschläge und Schusslärm), ab dem Schutzmaßnahmen zu treffen sind.
  • Neue Schutzziele: Bis dato beschränkt sich der ArbeitnehmerInnenschutz auf die schädigende Wirkung von Lärm auf das Ohr. In Hinkunft wird er auch die Wirkung von Lärm auf den gesamten Organismus (Nervosität, Schlaflosigkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen etc.) umfassen, auch wenn der Lärm unter den Grenzwerten liegt, aber eine Belästigung darstellt.
  • Neue Inhalte: Bis dato beschränkt sich der ArbeitnehmerInnenschutz auf akustische Einwirkungen des Schalls auf das Gehör. In Hinkunft wird er auch Substanzen (Schwermetalle, Lösungsmittel etc.) umfassen, die - in Verbindung mit Schall - die schädigende Wirkung auf das Gehör potenzieren.

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AUVA-Obmann Klomfar begrüßt die Umsetzung dieser EU-Richtlinie und sieht darin eine Verbesserung nicht nur für die betroffenen Arbeitnehmer, sondern für die gesamte Wirtschaft: "Mit den neuen Schutzbestimmungen können sowohl die Lärmschwerhörigkeit als auch lärmbedingte Erkrankungen bzw. Unfälle und ihre betrieblichen sowie volkswirtschaftlichen Folgekosten verringert werden."

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AUVA, Dr. Wilfried Friedl
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Tel.: (01) 33 111-530
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