AKNÖ: Werbeverkaufs-Veranstalter werden vorsichtiger

Nach zwei Razzien wurde zuletzt zumindest die Gewerbeordnung eingehalten

Wien (OTS) - Nachdem die NÖ Arbeiterkammer vor kurzem zwei Werbeverkaufs-Veranstaltungen mit Hilfe der Bezirkshauptmannschaft und der Polizei platzen ließ, scheinen die Veranstalter derartiger Aktionen vorsichtiger geworden zu sein - zumindest im Bezirk Mödling.

Dort fanden zuletzt zwei als "Bezirkswettbewerb" bezeichnete Verkaufsveranstaltungen statt (in Brunn sowie in Wr. Neudorf). Das Außergewöhnliche an diesen Vorführungen: Es wurden keine Produkte verkauft und auch keine Bestellungen entgegengenommen, womit die Konsumenten zumindest an Ort und Stelle nicht überrumpelt werden konnten. Es blieb diesmal bei der bloßen Präsentation von teurem Geschirr, einem Messerset sowie einer rasch erhitzbaren Induktionsplatte.

Zur Vorgeschichte: Die deutsche Postfachfirma "Austria Games" lud Konsumenten aus ganz Niederösterreich zu Preisverleihungen des "NÖ-Bezirks-Wettbewerbes 2005" ein. In der Einladung hieß es: "Heute ist es offiziell: Der Hauptgewinner unseres Bezirkswettbewerbes 2005, Frau Maier, und daran besteht kein Zweifel, erhält 10.000 Euro in bar." Was auf den ersten Blick den Anschein vermittelt, dass der Adressat auch der Gewinner des Hauptpreises ist, erweist sich bei genauer Analyse des Satzes als geschickt formulierter Werbe- Slogan. Und daraus machte der Präsentator der Verkaufsveranstaltung - Marc Binder (übrigens ein alter Bekannter aus der Branche) - auch von Beginn an kein Hehl: "Wir setzen eben auf moderne Werbemethoden", begann er sowohl in Brunn als auch in Wr. Neudorf mit seinen Ausführungen vor mehr als 40 erwartungsvollen vermeintlichen Gewinnern.

Es blieb bei der Verteilung der in der Einladung versprochenen R-Schecks im Wert von 998 Euro, die sich in der Folge als Reisegutscheine in die winterliche Türkei entpuppten. Wer an dieser Reise teilnehmen will, muss pro Person eine Buchungsgebühr von 69 Euro sowie pro Person 65 Euro für die Halbpension bezahlen, dazu kommt ein allfälliger Saisonzuschlag von 30 Euro. Offen ist zudem, ob vor Ort für die beworbenen Ausflüge etwas zu bezahlen ist. Auch hier kann es nach Erfahrung der Konsumentenschützer zu unliebsamen Überraschungen kommen.

Die AKNÖ-Konsumentenberater empfehlen, sich die Teilnahme an einer solchen Reise gründlich zu überlegen. Wer trotzdem gern verreisen will, sollte die Angebote klassischer Reisebüros prüfen. "Unsere Erfahrungen zeigen, dass dort vergleichbare Reisen nicht viel teurer sind." Der Vorteil jedoch: Man kann sich das Hotel aussuchen und weiß, an wen man im Problemfall seine Gewährleistungsansprüche richten kann. Grundsätzlich merkt Konsumentenschützerin Dr. Eva Schreiber an: "Die Firmen, die diese Werbeverkaufsveranstaltungen anbieten, finanzieren die Gewinne, in dem sie die angebotenen Waren oder Reisen zu überhöhten Preisen verkaufen. Sonst wäre jede dieser Veranstaltungen ein Verlustgeschäft. Somit ist klar, dass jeder, der bei einer solchen Veranstaltung etwas kauft oder bucht, die Gewinne der anderen Besucher finanziert."

Die AKNÖ-Konsumentenschützer kündigen an, den nach wie vor laufenden "Bezirkswettbewerb" zu überprüfen und gegebenenfalls die Behörden an Ort und Stelle einzuschalten.

Rückfragen: AKNÖ Konsumentenberatung, Dr. Eva Schreiber, 05 7171 1323 Oder 0664 8142 707

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