"FrauenARMUT in ÖsterREICH": Österreich ist auf dem falschen Weg

Gerechte Umverteilung von Einkommen, Vermögen und Arbeitszeit notwendig, fordern Wiener GPA-Frauen

Wien (GPA-Wien/ÖGB) - "Solange die finanziellen Ungleichheiten in gesellschaftlichen und privaten Beziehungen nicht aufgehoben werden, sondern zunehmen, wird Armut für Frauen zukunftssicher bleiben", so GPA-Bundesfrauensekretärin LAbg. Sandra Frauenberger auf der gestrigen Veranstaltung der Wiener GPA-Frauen zum Thema 'Frauenarmut in Österreich'. "Die wachsende Armut - speziell von Frauen - zeigt, dass Österreich auf dem falschen Weg ist. Die zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich macht eine Debatte über eine gerechte Umverteilung von Einkommen und Vermögen, aber auch über eine Umverteilung von bezahlter Arbeit, sprich einer Verkürzung der effektiven Normalarbeitszeit, essenziell", so Sandra Frauenberger in ihrem Statement.++++

Neben Frauenberger diskutierten auf der Veranstaltung der Wiener GPA-Frauen Mag.a Michaela Moritz, Vertreterin der Armutskonferenz, Mag.a Martina Kargl, sozialpolitische Referentin der Caritas sowie Mag.a Sybille Pirklbauer, Referentin der Arbeiterkammer Wien. Sozialexpertin Moser strich heraus, dass Armut in unserer Gesellschaft vererblich ist. Essenziell für Armut bekämpfende Politik wäre daher ein guter Zugang zu qualitätsvoller Bildung. "Fehlende Investitionen ins Bildungssystem verstärken hingegen das Risiko, dass Armut innerhalb von Familien weitervererbt wird", so Moser.

Caritas-Vertreterin Kargl schilderte: "Die überwiegende Anzahl der von Armut betroffenen Menschen, die sich an Caritas-Einrichtungen wenden, sind Frauen". Nicht nur die steigenden Zahlen an SozialhilfeempfängerInnen, sondern auch der verstärkte Zustrom zu Sozialberatungsstellen, weist auf die immer schlechter werdende Lebenssituation von vielen Menschen in Österreich hin.

"Würde in Österreich Vermögen dem EU-Durchschnitt nach besteuert werden, wären enorme Geldmittel für Armut bekämpfende Politik vorhanden", machte AK-Frauen-Vertreterin Sybille Pirklbauer in ihrem Statement aufmerksam. In Österreich beruhen Steuereinnahmen jedoch zum allergrößten Teil auf dem Konsum und unselbstständiger Arbeit. "Einnahmen zu denen Frauen wesentlich beitragen, obwohl sie über weit weniger Einkommen verfügen," so Pirklbauer weiter. "Der dringende Handlungsbedarf in Bezug auf Armut bekämpfende Politik zeigt wie wichtig es ist, dass sich die GPA-Wien und speziell auch die GPA-Frauen diesem Thema annehmen", so Barbara Teiber, Wiener GPA-Frauensekretärin abschließend.

ÖGB, 18. Oktober
2005
Nr. 585

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