Verbesserungen bei Familienhospizkarenz

Küberl: "Anstelle von Einzelschritten wäre großer Wurf gefragt!"

Wien (OTS) - Im Ministerrat wurden heute Änderungen zur Familienhospizkarenz beschlossen. Bei chronisch kranken Kindern können die Eltern bis zu neun Monate in Karenz gehen und die Einkommensgrenze für den Bezug von Mitteln aus dem Härtefonds werden von Euro 500.- auf Euro 700.- angehoben.

Präsident Küberl sieht die gute Absicht, wie wohl es auch jetzt schon absehbar ist, dass dadurch die Inanspruchnahme dieser Karenzierungsmöglichkeit nicht weiter steigen werde. Küberl fordert daher "einen großen Wurf": "Menschen, die sterbende Angehörige in der letzten Lebensphase begleiten wollen, sollen einen Rechtsanspruch auf ein Hospizkarenzgeld haben, ähnlich der Regelung im Bereich der Babykarenz. Unsere Erfahrungen sind, dass die Menschen einfach vor der Frage der existentiellen Absicherung während des Verdienstentgangs stehen. Bevor sie diese Frage nicht befriedigend für sich gelöst haben, sehen sie sich einfach nicht in der Lage, sich Zeit für die Begleitung der sterbenden Angehörigen zu nehmen".

"Wir dürfen aber auch nicht übersehen, dass die Angst um den Arbeitsplatz ebenso ein ganz gravierendes Motiv ist, warum die Menschen diese Angebot sehr wenig in Anspruch nehmen. Die Arbeitnehmenden rechnen nicht damit, dass die Arbeitgeber ausreichend Verständnis aufbringen. Auch da muss sich noch deutlich etwas ändern", so Küberl.

In Erinnerung gerufen werden muss, dass die Vollkarenz nur eine Variante darstellt, um einen sterbenden Angehörigen zu begleiten. In sehr vielen Fällen ist es ratsam, der Möglichkeit der Teilkarenzierung den Vorzug zu geben. "Das erleichtert vielen Angehörigen, den Herausforderungen zu begegnen, die plötzlich auf einen zukommen, wenn ein Angehöriger im Sterben liegt", so Küberl.

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