Brosz: Gehrers Bildungspolitik wird von eigenen Experten kritisiert

Gehrer verpasst Chance auf umfassende LehrerInnenausbildung

Wien (OTS) - "Bildungsministerin Gehrer muss sich überlegen,
welche Schulpolitik sie macht, wenn die von ihr selbst eingesetzten Experten sie zunehmend heftig dafür kritisieren. Typisch abkanzelnd ist auch ihre Replik, wie heute wieder gegenüber dem Erziehungswissenschafter Ferdinand Eder, der Mitglied von Gehrers Zukunftskommission war", so Dieter Brosz, Bildungssprecher der Grünen.

Beim Schulpaket II verpasse die Bildungsministerin die Chance auf eine umfassende LehrerInnenausbildung. Insbesondere werde kaum auf die sprachlichen Herausforderungen in Klassen mit hohem Anteil an Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache vorbereitet und auch kaum auf jahrgangsübergreifenden Unterricht, wie er in kleinen ländlichen Volksschulen mit weniger als vier Klassen nötig sei. Besonders bedauerlich sei, dass die Ministerin trotz der sinkenden SchülerInnenzahl-Prognosen weiterhin auf eine getrennte Ausbildung der LehrInnen beharre. Das werde der Bildungspolitik in den Folgejahren schon aus demographischen Gründen auf den Kopf fallen, so Brosz.

Brosz fordert eine gemeinsame, universitäre Ausbildung für alle Lehrberufe: "An den geplanten PHs werden LehrerInnen ausgebildet, die in zehn Jahren keinen Job bekommen werden", kritisiert Brosz. "Gerade angesichts der sinkenden SchülerInnenzahl im Pflichtschulbereich muss die Ausbildung möglichst flexibel sein, damit einE PflichtschullehrerIn nicht vor verschlossenen Klassenzimmern steht, sondern gegebenenfalls auch an anderen Schulen unterrichten kann", so Brosz.

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