Bartenstein: Eltern brauchen mehr Zeit für Betreuung ihrer schwerst kranken Kinder

Familienhospizkarenz für Kinderbegleitung auf neun Monate verlängert

Wien (OTS/BMWA) - "Familienhospizkarenz zur Betreuung sterbender oder schwerst erkrankter Familienangehöriger hat sich bewährt. Dem Wunsch vieler Betroffener nach Verlängerung von sechs auch neun Monate bei der Betreuung von schwer kranken Kindern wird mit dieser Novelle Rechnung getragen. Gerade bei krebskranken Kindern ist es wichtig, dass die Eltern sich uneingeschränkt der Betreuung ihrer Kinder widmen können." Das betonte Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Martin Bartenstein heute, Dienstag, nach dem Ministerratsbeschluss zur Novelle zum Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetz.

Die Familienhospizkarenz (Sterbebegleitung naher Angehöriger und Begleitung schwerst erkrankter Kinder) ist mit 1. Juli 2002 in Kraft getreten. Zwei Jahre danach hat das BMWA die Familienhospizkarenz evaluiert und es wurden dazu jene Personen befragt, die die Maßnahme der Familienhospizkarenz im Zeitraum Juli 2002 bis Juli 2004 in Anspruch genommen haben. Insgesamt wurde die Maßnahme der Familienhospizkarenz von den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen (hauptsächlich Frauen zwischen 41 und 50 Jahren) positiv aufgenommen und als wertvolles Instrument bei der Begleitung sterbender Angehöriger und schwersterkrankter Kinder gesehen.

Die Evaluierung hat gezeigt, dass sich die Dauer der Familienhospizkarenz (zunächst drei Monate, mit einer Verlängerungsmöglichkeit auf insgesamt sechs Monate) als guter Kompromiss zwischen den Interessen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer hinsichtlich des Schutzes vor Überforderung und Rückkehr auf den Arbeitsplatz durchaus bewährt hat. Die durchschnittliche Dauer der Maßnahme lag bei vier Monaten. Für die Begleitung von Kindern hat sich diese Frist jedoch als zu kurz erwiesen. Da bei Kindern bestimmte Therapieformen, insbesondere in der Tumorbehandlung länger als ein halbes Jahr dauern, besteht der Bedarf nach einer Verlängerung der Maßnahme. Die notwendige Verlängerung der Maßnahme von sechs auf nunmehr maximal neun Monate ist daher das vorrangige Ziel dieser Novelle.

Zweiter wichtiger Punkt der nun getroffenen Änderung betrifft Unterstützungszahlungen aus dem Familienhospizkarenz-Härteausgleichsfonds (für diesen ist das Sozialministerium zuständig,): Diese werden künftig bis zu einem gewichteten Haushaltsdurchschnittseinkommen von 700 Euro monatlich (bisher 500 Euro) gewährt.
Neu ist ferner, dass für die Begleitung von Wahl- und Pflegeeltern die Familienhospizkarenz in Anspruch genommen werden kann.

Im Jahr 2002 haben ab dem 1. Juli (Einführung der Familienhospizkarenz) 222 Personen diese Möglichkeit in Anspruch genommen, 2003 waren es 506 Personen, im Vorjahr 431 Personen und heuer bis zum 30. September 283 Personen.

Die Änderungen sollen nach der parlamentarischen Behandlung mit 1. Jänner 2006 in Kraft treten.

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