Rieder: Erfolge der Wiener Arbeitsmarktoffensive

Neues Intensivprogramm für 1.000 Langzeitarbeitslose - Erfolgstruppe Personalfinder: 1.338 Jobs geschaffen

Wien (OTS) - "Wien tut alles, um die Situation am Arbeitsmarkt zu verbessern - vor allem für junge Menschen", erklärte Wiens Finanz-und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder am Dienstag im Rahmen des Mediengesprächs des Bürgermeisters. "Anfang September haben wir erneut Initiativen der Wiener Arbeitsmarktoffensive präsentiert. Jetzt können wir erste Erfolge vermelden", so Rieder. Der Wiener Weg ruht auf drei Pfeilern: Ausbildung zur Immunisierung gegen Jobverlust, zielgerichtete Hilfe bei Arbeitslosigkeit sowie Ersatzausbildungsprogramme für junge Menschen. "Wir lassen die Menschen nicht auf der Straße stehen, Wien hilft. Als einziges Bundesland nehmen wir dafür viel Geld in die Hand. Alleine heuer 52 Millionen Euro", erklärte Rieder.****

Folgende Erfolge im Rahmen der in letzter Zeit gestarteten oder intensivierten Maßnahmen konnten erreicht werden: Zusätzliche Ausbildungsplätze, mehr Jobs und intensive Fortbildung. Die Details:

o Intensivprogramm für Sozialhilfeempfänger: 1.000 Mensche erhalten eine bisher nicht da gewesene Rund-Um-Unterstützung für den Wiedereinstieg.
o Erfolgstruppe Personalfinder: Seit 2004 1.338 Menschen einen Job verschafft.
o Wien erkämpfte beim Bund 1.000 Lehrlingsstiftungsplätze: Die ersten 330 Jugendlichen haben ihre Ausbildung vor kurzem
begonnen.
o Lehrstellenakquise: Alleine von Ende Juni 2005 bis Ende
September sind durch die waff-Initiative 138 weitere Jugendliche auf eine reguläre Lehrstelle vermittelt worden.
o In den JASG-Lehrgängen für Wiener Jugendliche (2.400 Plätze) sind im Herbst bereits 960 Jugendliche eingetreten, die keine Lehrstelle finden konnten.
o Österreich-Rekord: 1.200 Lehrlinge! 200 zusätzliche Lehrlinge (+20 Prozent!) haben bei der Stadt Wien und den Unternehmungen
im Herbst ihre Ausbildung begonnen. Mehr als 50 Prozent Mädchen, auch 2 weibliche KFZ-Technik-Lehrlinge.
o Programm "Blum 06": Mit Stand Mitte Oktober gab es 1.017
konkrete Anfragen beim AMS Wien. 687 stehen kurz vor der Bewilligung.
o Gesundheits- und Pflegeberufe: Seit 2005 sind bereits 445 Arbeitssuchende ins waff-Programm "Pflegeberufe" mit fixer Jobzusage eingestiegen.
o waff-Programm Innovationsassistenz: Seit 2001 300 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Rieder: Unser Weg heisst "Massive Unterstützung für Betriebe, die Lehrlinge ausbilden"

"Wir unterstützen Betriebe, die Verantwortung auf sich nehmen und jungen Menschen eine Ausbildung ermöglichen. Die Programme Lehrstellenakquise und Lehrlingsfinder werden von der Stadt Wien ermöglicht", so Rieder.

o Förderung der Ausbildung von LehrausbildnerInnen:

Der waff fördert Betriebe, die ihre MitarbeiterInnen zu LehrausbildnerInnen qualifizieren wollen. Seit Programmstart 2003 wurden insgesamt 728 AusbildnerInnen in 424 Betrieben ermöglicht. 2005 sind bisher 188 Personen gefördert worden. Alleine seit Anfang September sind das um 26 AusbildnerInnen in 21 Betrieben mehr. 2005 stehen insgesamt 150.000 Euro dafür zur Verfügung. Bis zu 500 LehrlingsausbildnerInnen können damit ausgebildet werden.

o Lehrstellen- und Lehrlingsvermittlung

Von Ende Juni bis Ende September 2005 konnten 138 Lehrlinge auf eine Lehrstelle vermittelt werden. Seit Beginn des Programms Mitte 2004 waren es 318 erfolgreich vermittelte Lehrlinge. Aufgrund der effektiven Beratung der Akquisiteure haben in diesem Zeitraum 233 Betriebe, die bisher noch nicht zur Lehrlingsausbildung berechtigt waren, eine Berechtigung beantragt.

Besonders erfolgreich sind auch die waff-Lehrlingsfinder, die Unternehmen kostenlos bei der Suche nach geeigneten BewerberInnen unterstützen und die gesamte Vorauswahl übernehmen. 2005 haben die Lehrlingsfinder mit insgesamt 950 Wiener lehrstellensuchenden Jugendlichen Bewerbungsgespräche geführt.

o Blum 06

Im Rahmen des Programms sind bisher 1.017 Wiener konkrete Anfragen von Unternehmen beim AMS für Jugendliche in Bearbeitung. 687 stehen vor der Bewilligung. Bei dieser Aktion des Bundes, die von Wien und den Wiener Sozialpartnern unterstützt wird, erhält jeder Betrieb, der zusätzliche Lehrlinge ausbildet, 400 Euro monatlich im ersten Lehrjahr, 200 Euro im zweiten und 100 Euro im dritten. Die Zahl der Anträge übertrifft die Expertenprognosen bei weitem:
Ursprünglich wurde mit 500 Anträgen in Wien gerechnet.

o Auffangnetz für Jugendliche ohne Lehrstelle:
1.000 Lehrlingsstiftungsplätze

Auch die Realisierung der 1.000 Lehrlingsstiftungsplätze für Wien, in deren Rahmen eine durchgängige Ausbildung inklusive Lehrabschluss angeboten wird, ist angelaufen. 330 Stiftungsplätze sind bereits besetzt. Diese sind in Lehrwerkstätten für technische Berufe eingerichtet (z.B. MechatronikerInnen, MaschinenfertigungstechnikerInnen, ElektronikerInnen). Im Februar starten 200 weitere Stiftungsplätze mit Schwerpunkt Lehrberufe für Mädchen. Damit ist bereits mehr als die Hälfte umgesetzt. Eine Expertengruppe, bestehend aus den Leitern der Lehrlingsstellen der Wiener Wirtschaftskammer, der Arbeiterkammer, der Berufsschulen, Arbeitsmarktforschern, dem AMS und der Stadt Wien hat sich bereits konstituiert, um weitere Stiftungsplätze für Zukunftsberufe zu widmen.

o 2.400 Plätze im Auffangnetz für Wiener Jugendliche

Für jene Jugendlichen, die keine Lehrstelle finden, werden zusätzlich 2.400 Ausbildungsplätze im Rahmen des JASG (Jugendausbildungssicherungsgesetz/10 bis 12 monatige Lehrgänge, die zum Lehrabschluss führen können, inklusive Berufsschulbesuch) von Wien zu 25 Prozent finanziert. Die erste Welle der Lehrgänge hat bereits begonnen. 960 haben mit Berufsorientierungskursen begonnen. Im Anschluss daran treten sie in die Lehrgänge ein. Für weitere 160 Jugendliche mit besonderen Benachteiligungen sind ebenfalls eigene Lehrgänge eingerichtet. 600 weitere Lehrgänge beginnen im Februar. Der Rest sind Lehrgangsplätze, die aus den Vorjahren weitergeführt werden und aus denen Jugendliche bisher noch nicht auf eine reguläre Lehrstelle vermittelt werden konnten.

Qualifizierte Arbeitskräfte in wettbewerbsfähigen Wiener Unternehmen

o Personalfinder

Der im Frühsommer 2004 gestartete Personalfinder ist das regionale Vermittlungsservice des waff. Insgesamt konnten mit Hilfe des Personalfinders 1.338 Stellen in 653 Betrieben erfolgreich besetzt und ebenso viele Jobs vermittelt werden. Im Juni 2005 wurde ein weiterer lokaler Personalfinder-Standort in Ottakring in der Thaliastraße 85 in Betrieb genommen. Insgesamt sind 14 "Personalfinder" wienweit unterwegs. Bis Ende 2006 stehen dafür 2,65 Mio. Euro zur Verfügung.

o Förderung der Betriebsnachfolge

Viele kleine Unternehmer haben Schwierigkeiten, geeignete Nachfolger zu finden, wenn sie in Pension gehen wollen. Ein neues Pilotprojekt des waff bietet hier Unterstützung: ArbeitnehmerInnen, die sich für eine Betriebsnachfolge interessieren können vom waff bis zu 1.000 Euro Förderungen für sinnvolle Aus- und Weiterbildung (z.B.:
Steuerrecht, Buchhaltung, Finanzplanung) in Anspruch nehmen. Bisher haben acht ÜbernehmerInnen Förderanträge eingereicht. Für fünf ÜbernehmerInnen wurden bereits Förderungen der Höhe von insgesamt 3.525 Euro beschlossen.

o Innovationsassistenz

Für den Innovationsassistenten (waff - Förderung bei Innovationsprojekten für eine/n neue/n MitarbeiterIn) gab es 2005 insgesamt zwei calls. Für 2005 stehen 2,3 Mio Euro für die Förderung von Innovationsprojekten in 45 bis 50 Betrieben zur Verfügung. Im Rahmen der ersten Antragsrunde konnten 23 Unternehmen gefördert werden, in der zweiten Antragsrunde haben 35 Unternehmen eingereicht, die besten werden derzeit ermittelt. Seit Laufzeitbeginn 2001 sind über diese Förderschiene mehr als 300 neue Arbeitsplätze geschaffen worden!

Unterstützung für Menschen ohne Job - Hilfe beim Neuanfang

Berufsdiagnose und Integrationsberatung für schnelleren Jobeinstieg von rund 1000 SozialhilfeempfängerInnen
Im Rahmen des Projekts "Berufsdiagnose und Integrationsberatung für SozialhilfeempfängerInnen" sollen mindestens 1.000 SozialhilfeempfängerInnen im Alter zwischen 15 und 30 Jahren die Möglichkeit zu einer umfassenden arbeitsmedizinischen und psychosozialen Diagnose erhalten. Auf Grundlage des Befundes werden Empfehlungen für konkrete Unterstützungsmaßnahmen erarbeitet, die diesen Personen einen raschen Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen sollen. Dieses Projekt ist eine wertvolle Ergänzung des erfolgreichen waff Programms "Jobchance", das bereits mehr als 700 SozialhilfeempfängerInnen den dauerhaften Wiedereinstieg in den Job ermöglicht hat.

o Besser spät als gar nicht - das Sonderprogramm der Bundesregierung

Im Rahmen des Ende September beschlossenen Beschäftigungsförderungsgesetzes sind für das AMS Wien derzeit 67,9 Mio. Euro vorgesehen. Nach der Beschlussfassung im Parlament hat Sepp Rieder die Vertreter der Wiener Sozialpartner im Landesdirektorium des AMS und im Vorstand des waff dazu eingeladen, möglichst rasch die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen für die Umsetzung in Wien sicherzustellen.

Neue Jobchancen im Bereich Gesundheits- und Pflegeberufe

Der waff unterstützt gemeinsam mit dem AMS den Einstieg arbeitssuchender Personen in den Gesundheits- und Pflegebereich und die Höherqualifizierung von Beschäftigten. Im Rahmen des waff-Programms "Pflegeberufe" sind 2005 insgesamt 510 Ausbildungsplätze geplant. 335 entfallen dabei auf die Ausbildung zur HeimhelferIn, 91 auf den Bereich "PflegehelferIn" und 73 auf den Bereich DiplomkrankenpflegerIn. Seit Anfang des Jahres sind 294 HeimhelferInnen, 78 PflegehelferInnen und 73 DiplomkrankenpflegerInnen in das Programm eingetreten. Zusätzlich wird auch die Höherqualifizierung von Beschäftigten gefördert: Mit dem Dachverband Wiener Pflege- und Sozialdienste wurde die Förderung von 50 Kursplätzen zur Aufschulung von PflegehelferInnen zu DiplomkrankenpflegerInnen und von 20 Kursplätzen zur Qualifizierung von HeimhelferInnen zu PflegehelferInnen vereinbart. Der PflegehelferInnenkurs beginnt im November, die anderen Kurse voraussichtlich Anfang nächsten Jahres.

Weiters wurden mit dem Dachverband Wiener Pflege- und Sozialdienste bereits die Planungen für 2006 abgeschlossen. Geplant ist die Aufstockung um weitere 60 Plätze zur Höherqualifizierung von Beschäftigten zur/zum PflegehelferIn bzw. zur/zum DiplomkrankenpflegerIn. Für arbeitslose Personen sind im Rahmen der waff-Implacementstiftung "Pflegeberufe" 300 neue Ausbildungsplätze im Bereich der HeimhelferInnen, 43 Plätze für den Bereich der PflegehelferInnen und rund 70 Plätze mit Arbeitsplatzgarantie im Bereich diplomiertes Gesundheits- und Krankenpflegepersonal vorgesehen. Um den Jobeinstieg zu erleichtern, sollen im Vorfeld für 500 arbeitssuchende Personen Vorbereitungskurse durchgeführt werden. (Schluss) mmr/gph

Rückfragen & Kontakt:

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Martin Ritzmaier
Pressesprecher Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder
Tel.: 4000/81 855
Handy: 0664/501 41 59
martin.ritzmaier@gfw.magwien.gv.at
WAFF
Gabriele Philipp
Tel.: 217 48/318
Handy: 0664/460 35 97
gabriele_philipp@waff.at

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