AK Wien zeigt zweiten Blick auf die Russen in Wien

"Eine Menge tapferer Soldaten" - Russen in Wien: Ausstellung auf den Plakatwänden vor der AK Wien zeigt sowjetische Fotos der Rotarmisten 1945 in Wien

Wien (OTS) - Den Blick sowjetischer Fotografen auf die Rotarmisten 1945 in Wien zeigt die aktuelle Ausstellung auf den Plakatwänden vor dem Hauptgebäude der AK Wien. Titel: "Eine Menge tapferer Soldaten" -Russen in Wien. Fotografiert wurden die Bilder von Jewgenij Chaldej, einem der "Stars" der sowjetischen Kriegsfotografie, von Olga Land und von Anatolij Grigorjew. Sie präsentieren die Rotarmisten nicht in Siegerpose, sondern als verhaltene Befreier. "Wir zeigen, wie sich die Rotarmisten in Wien gesehen haben - und auch, wie sie aus Sowjet-Sicht gesehen werden sollten", sagte AK Direktor Werner Muhm am Montag Abend bei der Eröffnung der Ausstellung, "durch die Konfrontation der sowjetischen Sicht mit der gängigen Erinnerung an Plünderungen und Vergewaltigungen wollen wir nichts revidieren, sondern das Gedächtnis erweitern." Die Bilder der drei FotografInnen sind erstmals in Wien im öffentlichen Raum zu sehen. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit Erich Klein, Autor des Buchs "Russen in Wien".

Die Bilder von den Rotarmisten sind keine Kriegsbilder, sie zeigen in Porträts junge, ernste Gesichter von Soldatinnen und Soldaten mit kleinen Orden, die den Krieg hinter sich haben - und sie zeigen den Alltag etwa der Wache eines Rotarmisten vor dem zerstörten Arsenal, einer Rotarmistin, die den Verkehr regelt oder von Soldaten, die mit dem Wiederaufbau einer Brücke über den Donaukanal beginnen. Dafür nutzen die KriegsfotografInnen ihr Medium perfekt. Erstmals nach vier Kriegsjahren, auch das steht hinter den Bildern, hatten sie ausreichendes, vorwiegend aus deutschen Wehrmachtsbeständen stammendes Material, um anscheinend jeden Rotarmisten in Wien zu fotografieren.

Die Rotarmisten werden nicht in Siegerpose gezeigt. Linie der Sowjetunion war die Befreiung Österreichs als von Deutschland besetztes Land. Die Spannung der Bilder auf den Plakatwänden vor dem Hauptgebäude der AK Wien entsteht aus der Konfrontation dieser Innensicht der Rotarmisten mit der gängigen Erinnerung an Plünderungen und Vergewaltigungen. AK Direktor Werner Muhm: "Wir von der AK haben anlässlich des 60-Jahr-Jubiläums der Republik schon darauf hingewiesen, dass die erinnerten Bilder von Bomben eine Vorgeschichte in der nationalsozialistischen Diktatur haben, jetzt wollen wir mit den sowjetischen Bildern nichts revidieren, sondern das Gedächtnis erweitern."

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit Erich Klein, Autor des Buchs "Russen in Wien". Für ihn sind die Porträts "der Russen" Bilder "von Siegern, die leer ausgehen". Der Titel der Ausstellung -"eine Menge tapferer Soldaten" - ist einem Gedicht des russisch-amerikanischen Literatur-Nobelpreisträgers Jossiff Brodskij entnommen: "Russlands Geschichte kennt Massen / tapferer Soldaten, die furchtlos und kühn / im Angriff erst fremde Städte nahmen, / voller Angst dann zurück in die eigenen fliehen."

Ausgewählt hat Klein Bilder des TASS-Fotografen Jewgenij Caldej (der auch fotografiert hat, wie Rotarmisten auf dem Berliner Reichstag die rote Fahne aufpflanzen), der "Sowjetskij Wojn"-Fotografin Olga Land (einer der wenigen sowjetischen Fotografinnen des zweiten Weltkriegs) und von Anatolij Grigorjew, Korrespondent der "Illustrierten Zeitung". Zu sehen ist die Ausstellung auf den Plakatwänden vor der AK Wien bis Ende November (1040, Prinz Eugen Straße 20-22, und 1040, Plößlgasse 13).

Rückfragen & Kontakt:

Peter Mitterhuber
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2347
peter.mitterhuber@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0004