Pirklhuber: Pestizid-Kontroll-Chaos erneut im Kreuzfeuer der Kritik - BM Pröll versagt völlig

Lebensmittelkontrolle ist überfordert

Wien (OTS) - "Das Sündenregister der ÖVP-Pflanzenschutzmittelpolitik wird immer länger," erklärt kommentiert der Sprecher der Grünen für Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit Wolfgang Pirklhuber das kürzlich erschienene Buch von Werner Lampert 'Schmeckt’s noch?', aus dem hervorgeht, dass ein viele der in Lebensmitteln vorhandenen Pestizide von der österreichischen Lebensmittelkontrolle gar nicht untersucht werden. Pirklhuber erinnert daran, dass das Landwirtschaftsministerium durch das Agrarrechtsänderungsgesetz 2002 in einem Alleingang sämtliche in Deutschland und Holland zugelassenen Pestizide auf einen Schlag für Österreich zugelassen hat. "Obwohl sich dadurch die Anzahl der zugelassenen Pflanzenschutzmittel seit dem Jahr 2000 nahezu verdreifacht hat, hat man die Analyse- und Kontrollkapazitäten nicht erhöht", kritisiert Pirklhuber. Im Gegenteil: "Die Umstrukturierungen im Bereich des Kontrollwesens und die neue Unternehmensstruktur der AGES haben zu Engpässen und enormen Kontrolldefiziten geführt," so Pirklhuber. Die AGES - Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit - sei als zuständige Stelle für Zulassung und Kontrolle vollständig überfordert.

Pirklhuber verweist auch auf den aktuellen Pestizid-Skandal in der Steiermark, wo im heurigen Sommer aus einem illegalen Lager 53 Tonnen Pflanzenschutzmittel verschwunden sind, nachdem sie bereits beschlagnahmt worden waren. "Dass die Behörden die beschlagnahmte Ware weder sofort sichergestellt noch Proben oder Muster gezogen haben, lässt auf ein verantwortungsloses Desinteresse der politisch Verantwortlichen schließen", so Pirklhuber. Nach erfolgter Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft sind diese illegalen Produkte bis heute nicht mehr auffindbar. Es sei zu befürchten, dass sie auf den österreichischen Feldern und schließlich in den Lebensmitteln und im Grundwasser landen, warnt Pirklhuber.

Hinweise auf illegalen Pestizid-Einsatz gibt es auch im Rahmen der Wassergüte-Erhebung in Österreich. So werde z.B. immer noch Atrazin nachgewiesen, obwohl der Einsatz von Atrazin seit 1995 in Österreich verboten ist. Die Grünen fordern eine Reparatur des Pflanzenschutzmittelgesetzes, eine deutliche Erhöhung und Verschärfung der Kontrollen sowie einen Pestizidreduktionsplan von BM Pröll. "Wenn Pröll das Pestizidchaos nicht beendet, verspielt er seinen letzten Rest an Glaubwürdigkeit", schließt Pirklhuber.

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