Importverbot, Überwachung und Einsatzübung

Eisl: Sicherheitsvorkehrungen für Geflügelpest

Salzburg (OTS) - Über getroffene Vorsichtsmaßnahmen und Fakten zur Geflügelpest informierte heute, Dienstag, 18. Oktober, Agrarreferent Landesrat Sepp Eisl. Die Hauptrisiken einer Weiterverbreitung der Geflügelpest sind der Tierverkehr mit Lebendgeflügel und Bruteiern, der Import von Geflügelprodukten und Eiern, der Personenverkehr, aber auch Wildvögel, hier vor allem Zugvögel. Daher wurden bereits Importbeschränkungen für Geflügel und Geflügelprodukte erlassen. Durch das zuständige Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF) ist eine Anweisung an die Grenztierärzte zur verstärkten Kontrolle ergangen, am Neusiedler See wird ein Überwachungsprogramm für Zugvögel durchgeführt. Der in Griechenland aufgetauchte Fall wird zurzeit noch geprüft.

"Die 'Klassische Geflügelpest’, die auch immer als 'Vogelgrippe’ bezeichnet wird, ist eine anzeigepflichtige, für Geflügel äußerst ansteckende Viruskrankheit, die vor allem bei Hühnern und Puten, aber auch bei Tauben und Wassergeflügel zu schweren Verlusten führt", informierte Eisl. Bei erkranktem Geflügel kommt es zu einem deutlichen Rückgang der Futter- und Wasseraufnahme und zu einem starken Abfall der Legeleistung. Bewegungsstörungen, Lähmungen, Atembeschwerden und Durchfall sind typisch.

Eisl weiter: "Diese Tierseuche ist schon über ein Jahrhundert bekannt und tritt häufig und weltweit auf. Die letzten größeren Ausbrüche von Klassischer Geflügelpest in Europa waren im Jahre 2003 in den Niederlanden, Belgien und im Norden Deutschland zu verzeichnen. Im Jahr 2000 waren Betriebe im Norden Italiens massiv betroffen. Der gestern, Montag, bekannt gewordene Fall wird unserer Information nach derzeit überprüft. Das griechische Ministerium konnte noch nicht bestätigen, ob es sich tatsächlich um den für Menschen gefährlichen Virusstamm handelt."

Nationaler Krisenplan

Die Bekämpfung der Geflügelpest ist im Tierseuchengesetz festgelegt und in einer bereits 1995 erschienen Bundesverordnung geregelt. Es existiert ein nationaler "Krisenplan", der detaillierte Maßnahmen vorsieht. "So sind betroffene Betriebe zu sperren und betroffene Herden sofort zu töten", so Landesveterinärdirektor Dr. Josef Schöchl. Tierkörper, Eier und Geflügelfleisch müssen über die Tierkörperverwertung seuchensicher beseitigt werden. Entsprechende Desinfektionsmaßnahmen sind durchzuführen. Seuchenschutz- bzw. Überwachungszonen mit massiven Beschränkungen des Tier- und Warenverkehrs sind einzurichten. "Wir haben die Geflügelhalter über die Erscheinungen der Geflügelpest bereits vor einiger Zeit informiert", so Schöchl weiter.

Importbeschränkungen

Bezüglich Importbeschränkungen für Geflügel und Geflügelprodukte erläuterte Eisl: "Konkret ist dies ein europaweites Einfuhrverbot aus Rumänien für lebendes Geflügel, Bruteier und Konsumeier, frisches Geflügelfleisch, Produkte mit Geflügelfleisch, rohes Heimtierfutter, Jagdtrophäen und Ziervögel." Auch wurde eine Einfuhrsperre für Ziervögel und unbehandelte Federn aus der Türkei verhängt.

Besondere Vorsicht geboten

Durch das zuständige Bundesministerium für Gesundheit und Frauen ist eine Anweisung an die Grenztierärzte zur verstärkten Kontrolle ergangen. Personen, die in Gebiete reisen, in denen Geflügelpest herrscht, sollen den Kontakt mit Geflügel meiden und bei Kontakt jedenfalls Schuhe und Kleidung reinigen, damit es nicht durch Kot und Kotstaub zur Verschleppung des Virus kommt.

"Am Neusiedler See, dem größten österreichischen Rastplatz, wird ein Überwachungsprogramm durchgeführt, in einigen Tagen absolvieren die österreichischen Veterinärbehörden vor Ort eine Einsatzübung mit der Übungsannahme, dass es zu einem Ausbruch der Geflügelpest am Neusiedler See gekommen ist", so Eisl abschließend.

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