Vogelgrippe: Gesundheitsbehörde des Landes Kärnten klärt auf

LHStv. Ambrozy: Wichtige Informationen unter www.gesundheit-kaernten.at und www.bmgf.gv.at - Keine aktuelle Gefahr für Kärntner Bevölkerung

Klagenfurt (LPD) - Die Tierseuche Geflügelpest bzw. Vogelgrippe
hat mittlerweile auch Osteuropa, die Türkei und die Ägäis erreicht. Für Österreich besteht aktuell keine Gefahr, sagte heute, Dienstag, Kärntens Gesundheitsreferent LHStv. Peter Ambrozy. Wegen des erhöhten Aufklärungsbedarf innerhalb der Bevölkerung informiert die Landesgesundheitsbehörde auf der Homepage www.gesundheit-kaernten.at ausführlich zum Thema Vogelgrippe. Dort erhält die Bevölkerung alle Antworten auf die in diesem Zusammenhang am häufigsten gestellten Fragen.

Wie gefährlich ist die Vogelgrippe?

Es besteht kein Grund zur Panik. Die Geflügelpest, auch Vogelgrippe genannt, ist eine Tierseuche. Die Kärntner Bevölkerung ist nicht bedroht. Ein Ansteckungsrisiko besteht für Personen, die direkten Kontakt zu infiziertem Geflügel haben, beispielsweise in betroffenen Geflügelfarmen in Rumänien, der Türkei oder in Südostasien. Eine Übertragung des Vogelgrippevirus von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Die Erkrankung an sich ist schwer und führt in manchen Fällen zum Tod. Bisher sind weltweit 60 Todesfälle seit dem bekannt werden des neuen Erregers H5N1 dokumentiert. Im selben Zeitraum sind an der gewöhnlichen Grippe schätzungsweise weit über eine Million Menschen weltweit verstorben.

Vogelgrippe und Pandemie - hängt das zusammen?

Der derzeit aktuelle Erreger der Vogelgrippe, das Grippevirus H5N1, kann sich theoretisch so verwandeln, dass er von Mensch zu Mensch übertragbar werden könnte. Niemand kann jedoch vorhersehen, ob das passieren wird bzw. ob dann ein gefährliches, hochansteckendes oder aber ein harmloses Virus daraus entstehen würde. Es wird angenommen, dass diese Verwandlung (Mutation) am ehesten in Südostasien geschieht, sofern sie überhaupt stattfindet. Dann allerdings ist eine weltweite Ausbreitung nicht mehr ausgeschlossen. Dieses mögliche Szenario ist der Grund, warum die Weltgesundheitsorganisation und die Europäische Union empfehlen, nationale Pandemiepläne zu erstellen. Den österreichischen Pandemieplan finden Sie unter www.bmgf.gv.at.

Soll ich mich jetzt gegen Grippe impfen lassen?

Ja, der Herbst ist die ideale Zeit dafür. Die Impfung, die in den Gesundheitsämtern angeboten wird, ist ausgezeichnet verträglich und kann allen Menschen ab dem siebenten Lebensmonat empfohlen werden. Für diejenigen, die von Komplikationen der echten Grippe besonders bedroht sind, also kleine Kinder, chronisch Kranke und ältere Menschen etwa ab 60 Jahren, wird die Impfung mit Nachdruck empfohlen. Auch die Pneumokokkenimpfung, die vor einer ernsten Komplikation bei Grippe, einer bakteriellen Lungenentzündung, schützt, ist für Risikogruppen empfohlen.

Hilft die Grippeimpfung bei einer Grippepandemie?

Mit großer Wahrscheinlichkeit nicht. Jedoch ist das Risiko, an einer "normalen" Grippe zu erkranken, aus heutiger Sicht wesentlich höher, als die derzeit eher theoretische Gefahr einer Pandemie. Wenn die Pandemie ausbricht, dauert es aller Voraussicht nach mindestens drei Monate, bis ein geeigneter Impfstoff entwickelt wird und in größeren Mengen zur Verfügung steht.

Soll ich vorsorglich Tamiflu besorgen?

Das wird nicht empfohlen. Tamiflu (Wirkstoff Oseltamivir) ist ein hochwirksames Medikament, das aus gutem Grunde nur ärztlich verschrieben werden darf. Es mildert und verkürzt den Verlauf einer echten Grippe, wenn es innerhalb von ca. 24 bis 48 Stunden nach Beginn der Erkrankung gegeben wird. Es hat auch Nebenwirkungen, daher sollte es nicht unkritisch eingenommen werden. Anwender können den optimalen Zeitpunkt für den Beginn der Einnahme, die optimale Dosis und die richtige Dauer im Einzelfall kaum richtig bestimmen. Über die Wirksamkeit bei Menschen, die am Vogelgrippevirus erkrankt sind, liegen keine ausreichenden Daten vor.

Soll bei den ersten Anzeichen eines grippalen Infekts Tamiflu eingenommen werden?

Nein! Bei grippalen Infekten ist Tamiflu unwirksam. Fragen Sie im Erkrankungsfall Ihren Arzt.

Wie erkenne ich eine "echte" Grippe?

Typische Zeichen sind: plötzlich einsetzendes Fieber, Kopfschmerzen, extreme Müdigkeit und Abgeschlagenheit, trockener Husten, geröteter Rachen, verstopfte Nase, Muskelschmerzen. Hier ist konsequente Bettruhe angezeigt, um ernste Komplikationen zu vermeiden. Konsultieren Sie bei Bedarf Ihren Arzt, er kommt bei Bettlägerigkeit auch ins Haus, stellt eine Diagnose und verschreibt Ihnen eine passende Behandlung.

Was tut das Land Kärnten?

Derzeit sind drei Arbeitsgruppen damit beauftragt, die Details auszuarbeiten, wie der nationale Pandemieplan in Kärnten umgesetzt werden soll. Es laufen umfangreiche logistische Vorbereitungen unter Federführung der Landessanitätsdirektion. Alle relevanten Kräfte sind eingebunden: Ärzte, Apotheker, Krankenanstalten, der Arzneimittelhandel, die Gemeinden, die Wirtschaft, die Exekutive, das Bundesheer, die Feuerwehr, das Rote Kreuz und der Zivilschutzverband. Kärnten hat den Ankauf von Tamiflu für den Fall einer Pandemie in die Wege geleitet, um damit Schlüsselkräfte zur Aufrechterhaltung der Infrastruktur zu versorgen. Ob und wann diese Vorräte gebraucht werden, in einem, in fünf oder in zehn Jahren, kann niemand mit Sicherheit sagen.

Wo kann ich mich noch informieren?

Das Gesundheitsministerium hat weitere Informationen unter www.bmgf.gv.at.
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