Gorbach zu BAWAG: Missbrauch von Kundengeldern

Augiasstall BAWAG ausmisten

Wien (OTS) - Der geschäftsführende BZÖ-Obmann Vizekanzler Hubert Gorbach kommentierte heute die Vorgänge rund um die Kreditvergabe der BAWAG an das US-Brokerhaus Refco mit Kopfschütteln und sprach von einem ausgewachsenen Skandal. Die österreichische Bank, zu 100% im Eigentum des ÖGB, hatte unter noch ungeklärten Umständen der angeschlagenen US-Firma einen ungewöhnlich hohen Kredit von 425 Millionen Euro eingeräumt und deren Aktien als Sicherheiten akzeptiert. *****

"Ich bin entsetzt über diese Vergabepraxis. Da wurde ein Höchstrisiko eingegangen - ohne solide Grundlage", sprach Gorbach die höchstseltsame Art der Kreditbesicherung - nämlich durch Aktien des Kreditnehmers - an. Es sei haarsträubend und skandalös, wie hier mit Kundengeldern umgegangen werde. Eine Praxis, die nicht neu sei: Die BAWAG habe zunächst das Ostgeschäft völlig verschlafen, um dann obskure Geschäftsfelder im Risikofinanzbereich, etwa in der Karibik, zu bestellen - mit zweifelhaftem Erfolg.
Gorbach: "Da werden einem maroden Unternehmen oder gar einer einzelnen kreditunwürdigen Person hunderte Millionen Euro in den Rachen geworfen, die sich innerhalb von zwei Wochen in Luft aufzulösen drohen, und der Eigentümer ÖGB sieht tatenlos zu. Das muss Konsequenzen für die Geschäftsführung geben". Dass der US-Broker Refco angeschlagen ist, sei in New Yorker Finanzkreisen schon seit Monaten bekannt gewesen. Die Bilanzen hätten sogar seit 2002 nicht mehr gestimmt. Die Kreditvergabe der BAWAG an diese Firma - noch dazu in dieser Höhe - stieß in der Branche auf völliges Unverständnis.

Wenn ÖGB-Finanzchef und BAWAG-Aufsichtsrat Weninger sagt, es würden keine Gewerkschaftsgelder betroffen sein und damit suggeriert, dass eh alles in Ordnung ist, dann ist das der blanke Hohn.", so der BZÖ-Obmann. Offenbar werden zwischen "guten" ÖGB-Geldern und "schlechten" Geldern der anderen unterschieden. "Es ist höchste Zeit, den Augias-Stall BAWAG - Geschäftsführung samt Aufsichtsrat -auszumisten. Die Finanzmarktaufsicht ist nun gefordert, hart durchzugreifen. Der gute Ruf des Finanzstandorts Österreich steht auf dem Spiel", schloss Gorbach. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Bündnis Zukunft Österreich

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BZO0001