ÖAMTC kritisiert: Diesel-Nettopreis unter EU-Durchschnitt ist eine Mogelpackung

Ergebnis wurde mit gesplittetem Steuersatz geschönt

Wien (OTS) - "Es wäre zu schön gewesen, um wahr zu sein", kommentiert ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brugger-Brandau den aktuellen EU-Vergleich der Netto-Dieselpreise. Theoretisch ist Diesel in Österreich mit 0,522 Euro derzeit billiger als im EU-Durchschnitt mit 0,542 Euro. "Das funktioniert aber nur durch einen steuerlichen Kunstgriff", weiß die ÖAMTC-Expertin. "An der Zapfsäule merkt der Autofahrer nämlich nichts vom Nettopreis unter EU-Durchschnitt. Dort kostet der Liter Diesel nach wie vor um 1,7 Cent mehr als in der EU. Da fühlt man sich gefoppt." Hinzu kommt, dass Diesel von zwei Spritpreissenkungen in der jüngsten Zeit ausgenommen wurde.

Seit der Bio-Beimischung (mit Stichtag 1. Oktober 2005) ist der Mineralölsteuer-Satz (Möst) für Biodiesel auf 0,297 Euro gesunken. Dieser Steuersatz gilt, wenn ein Mindestmaß an Bio beigemischt und der Sprit schwefelfrei ist. Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, gilt ein höherer Möst-Satz von 0,325 Euro. Laut Mineralölwirtschaft wird Biodiesel in Österreich bereits flächendeckend angeboten.

Für den EU-Vergleich kommt - aus nicht plausiblen Gründen - der höhere Steuersatz zum Einsatz, der das Ergebnis schönt: "Dabei wird vom tatsächlichen Bruttopreis der höhere Mineralölsteuersatz zurückgerechnet. Daraus entsteht ein niedrigerer Nettopreis", erläutert Brugger-Brandau. "Das ist schlau, aber schnell durchschaut." Die Zielerreichung "Nettopreis unter EU-Durchschnitt" glänzt somit nur auf dem Papier der Mineralölwirtschaft, die Realität schaut anders aus: Rechnet man vom Bruttopreis den tatsächlichen, geringeren Mineralölsteuersatz zurück, bleibt ein Nettopreis übrig, der um 1,7 Cent über dem EU-Schnitt liegt. "So wie bisher auch", stellt die ÖAMTC-Expertin fest.

Bei Benzin gab es gestern, Montag, eine Preissenkung von zwei Cent je Liter, Diesel wurde ausgelassen. Im aktuellen Vergleich ist Superbenzin in Österreich um 1,9 Cent teurer als in der EU.

Anlässlich der heutigen Sitzung der Spritpreis-Monitoringgruppe erneuert Brugger-Brandau die Forderung des Clubs: "Das Ziel muss ein Nettopreis auf EU-Niveau sein - und zwar fair und transparent, nicht mit irgendwelchen Tricks. Eine echte Preisreduktion um zwei bis drei Cent pro Liter Sprit ist absolut erforderlich."

Altbewährter Rat

In der Zwischenzeit können Konsumenten nur auf preisbewusstes Tanken setzen. Es lohnt sich, die Tankstelle seines Vertrauens bewusst auszuwählen. Als Unterstützung bietet der ÖAMTC den Autofahrern das Internet-Infosystem SPRIT: Auf der Homepage des Clubs unter http://www.oeamtc.at/sprit/ kann man sich registrieren und Abfragen starten. Wer über keinen Internetzugang verfügt, erhält alle Daten (zum Ortstarif aus ganz Österreich) unter der ÖAMTC-Hotline 0810 120 120. Mit dem "Tankbonus" tanken ÖAMTC-Mitglieder österreichweit mit ihrer Clubkarte mit Kreditkartenfunktion an Avanti-Tankstellen um 3 Cent pro Liter Sprit günstiger. Nähere Infos:
http://www.oeamtc.at/tankbonus/.

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