Wiener Tourismus-Konferenz 2005

50 Jahre und die Zukunft & Fortschritt im Projekt 2010 - 10 Mio. Nächtigungen jährlich für Wien

Wien (OTS) - Zur Wiener Tourismus-Konferenz 2005 lädt der Wien-Tourismus in Kooperation mit der Stadt Wien und der Wiener Tourismuswirtschaft heute, Dienstag, ab 14 Uhr ins Rathaus. Die Tagung, zu der sich schon fast 500 Teilnehmer angemeldet haben, steht unter dem Titel "Von der Bildungsreise zum City-Break - 50 Jahre und die Zukunft". Die 50 Jahre gelten dem Wien-Tourismus, der vor einem halben Jahrhundert gegründet wurde. Sein Jubiläum ist Anlass zu einem kurzen Rückblick und zur Betrachtung unterschiedlichster Wien-Klischees. Der Zukunft zugewandt ist das Tourismus-Konzept Wien 2010, und über den aktuellen Stand dieses Projekts, das Wiens jährliches Nächtigungsvolumen auf 10 Millionen steigern soll, wird ausführlich berichtet. Welche Trends das Städtetourismus-Marketing der Zukunft beeinflussen, referieren namhafte ausländische Experten und diskutieren darüber mit heimischen Fachleuten. Abschließend werden Personen und Institutionen, die sich besonders um den Tourismus in Wien verdient gemacht haben, mit der Goldenen Johann-Strauß-Medaille ausgezeichnet.

Eröffnungsredner der Konferenz sind Bürgermeister Dr. Michael Häupl, Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder sowie KommR Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien, und Rudolf Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst. Das 50-Jahre-Jubiläum des Wien-Tourismus (1955 als "Fremdenverkehrsverband für Wien" gegründet), ist dabei Anlass, die Entwicklung der Destination Wien in diesem halben Jahrhundert zu betrachten: von 1955, wo es um die 140 Hotels mit rund 9.000 Betten und 1,6 Millionen Nächtigungen gab, bis heute, wo in Wien über 360 Hotels und Pensionen mit rund 43.000 Betten einladen, die Nächtigungen vergangenes Jahr den Rekordwert von 8,4 Millionen erreichten, und die Tourismuswirtschaft mit mehr als 3,1 Milliarden Euro jährlich etwa 6 % zum Bruttoregionalprodukt der Stadt beisteuert.

In der bei der Konferenz präsentierten Festschrift weist Bürgermeister Dr. Häupl auf den Beitrag hin, den der Wien-Tourismus seit 50 Jahren leistet, als "Organisation, die dafür sorgt, dass man ,draußen’ erfährt, wie attraktiv Wien ist, die es dem internationalen Publikum leicht macht herzukommen, und die Gäste bei ihrem Aufenthalt umsichtig betreut." "Die Wiener Stadtverwaltung", so Häupl weiter, "hat ihn dabei stets nach besten Kräften unterstützt und sieht in der Fortsetzung dieser Tradition auch die Basis für viele weitere Fortsetzungen von Wiens touristischer Erfolgsstory."

Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder, seit 2000 auch Präsident des Wien-Tourismus, sieht den Erfolg als "Lohn für die konsequente Weiterentwicklung des Wien-Tourismus und der intensiven Zusammenarbeit von Tourismusbranche, anderen Wirtschaftsbereichen und der Stadtpolitik." Und er bekräftigt: "Diesen erfolgreichen Weg gehen wir auch in Zukunft konsequent weiter. Ab 2010 wollen wir bereits 10 Millionen Nächtigungen pro Jahr erreichen. Ich bin überzeugt davon, dass wir dieses ehrgeizige - im neuen Wiener Tourismuskonzept festgeschriebene - Ziel erreichen und in bewährter Weise auch in Zukunft das große Potenzial der Tourismusbranche voll ausschöpfen können." Univ.-Prof. Dr. Anton Pelinka vom Institut für Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Innsbruck wirft anlässlich des Jubiläums bei der Konferenz einen kritischen Blick auf Wien-Klischees verschiedenster Ausprägungen, während eine von Teddy Podgorsky jr. und Werner Schmeisser (mediavilm) kreierte Präsentation touristische Meilensteine dieses halben Jahrhunderts mit Augenzwinkern betrachtet.

Tourismus-Konzept Wien 2010: work in progress schreitet gut voran

Der Zukunft zugewandt ist der Bericht von Tourismusdirektor Mag. Karl Seitlinger über die aktuellen Entwicklungen im Rahmen des Tourismus-Konzepts Wien 2010, das darauf abzielt, Wiens jährliches Volumen an Gästenächtigungen bis 2010 auf 10 Millionen zu steigern. "Dieses 'work in progress’", so Seitlinger, "schreitet gut voran:
Wien hat in den letzten beiden Jahren bei den Nächtigungen kräftig zugelegt und die Hotellerieumsätze haben sich noch dynamischer entwickelt. Dieser Trend setzt sich auch heuer fort, denn wir liegen von Jänner bis September gegenüber dem Vorjahr mit den Nächtigungen um 3 % voran, und der Hotellerieumsatz hat sich im Zeitraum Jänner bis August um 9 % erhöht. Aus heutiger Sicht werden wir 2005 die Rekordwerte von 2004 übertreffen, und wenn wir alle so engagiert weiterarbeiten wie bisher und keine gröberen Störfaktoren von außen die Entwicklung hemmen, sind 10 Millionen Nächtigungen bis 2010 erreichbar."

In wichtigen Punkten des Tourismus-Konzepts wurden folgende Fortschritte erzielt: Wiens Erreichbarkeit verbessert sich zusehends, im Flugverkehr profitiert die Destination von den Billigfluglinien, deren Anteil am Verkehr auf dem Flughafen Wien bereits 13 % beträgt und steigende Tendenz aufweist. Für den künftigen Zentralbahnhof liegt der Masterplan vor, und der Baubeginn wurde für 2007/2008 festgelegt, womit ein wichtiger Teil der Bahnhofsoffensive in Wien in die Umsetzungsphase tritt. Mit der Fertigstellung der dringend benötigten hochrangigen Straßenanbindungen Richtung Pressburg und Brünn ist 2007 bzw. 2009 zu rechnen, mit der Komplettierung der Südumfahrung 2006.

Das für den saisonunabhängigen Businesstourismus so bedeutende Kongressgeschäft entwickelt sich weiterhin sehr zufriedenstellend:
Die aktuellsten Statistiken der beiden maßgeblichen Organisationen ICCA (International Congress and Convention Associaton) und UIA (Union of International Associations) zeigen Wien 2004 auf Rang 2 der weltweit erfolgreichsten Städte im internationalen Kongresstourismus, und für 2007 wurde der Mega-Kongress der Europäischen Kardiologen wieder akquiriert. Die neue Messe Wien hat sich erfolgreich etabliert und trägt mit jährlich rund 100 Gast- und 15 bis 20 Eigenveranstaltungen zur Verstärkung des Geschäftstourismus bei.

Zugkräftige Attraktionen: Von neuen Museen bis zum Mozart-Jahr 2006

Neue Attraktionen zeigen bereits Wirkung bzw. sind im Entstehen:
So bewähren sich die neuen Museen - von jenen im MuseumsQuartier über die Albertina bis zum Liechtenstein und Sisi-Museum - und deren Ausstellungen als Publikumsmagneten. Erste Neuerungen im Zuge der Prater-Revitalisierung werden sichtbar, und mit den Strandbars am Donaukanal wurde auch dessen Attraktivierung eingeleitet. Der Ronacher-Umbau beginnt heuer, und mit der Wiedereröffnung des Etablissements im Oktober 2007 und dem Raimundtheater stehen dem Musical somit weiterhin zwei Bühnen zur Verfügung. Im Marketing für das Mozart-Jahr 2006 hat der Wien-Tourismus seit Ende 2004 weltweit Medien und Reisebranche auf Wiens Jubiläums-Programm eingestimmt und im heurigen September eine massive Publikums-Werbekampagne in 15 Ländern anlaufen lassen.

Allerdings braucht Wiens touristisches Marketing generell, wie auch das der anderen Bundesländer, Unterstützung durch entsprechende Auftritte der Österreich-Werbung in fremdsprachigen Märkten. Dafür reicht das derzeitige ÖW-Budget nicht aus. Seine Erhöhung gemäß der Bedeutung des Wirtschaftsfaktors Tourismus für Österreich ist ein dringender, bisher aber nicht erfüllter Wunsch im Tourismus-Konzept Wien 2010.

Die Stadt als "Lern- und Erfahrungsfeld", das Tourismusbewusstsein ihrer Bewohner als Erfolgsfaktor

Einen Megatrend von der Spaß- zur Sinngesellschaft ortet Prof. Dr. Felizitas Romeiß-Stracke vom Büro für Sozial- und Freizeitforschung in München in ihrem Fachvortrag. Die Kultur, für die meisten Städtereisenden ein Hauptmotiv, sieht sie dabei als "Sinn-Boten" und die Stadt als "Lern- und Erfahrungsfeld". Besonders große Bedeutung misst sie der Stadtentwicklung, -planung und -architektur bei sowie der bewussten und professionellen Inszenierung des Stadterlebnisses für Besucher. Im Marketing empfiehlt sie angesichts der sich immer breiter auffächernden Konsumententypen, das reichhaltige Angebot einer Stadt wie Wien nach dem Prinzip "für jeden etwas und von allem ein bisschen" zu präsentieren. Prof. Karl Born, der an der Hochschule Harz Tourismusmanagement unterrichtet, hebt als einen Hauptfaktor für touristischen Erfolg das Tourismusbewusstsein in einer Destination hervor: das der Bewohner allgemein, denn sie vermitteln das typische Flair der jeweiligen Destination, besonders aber das von Dienstleistern, die mit den Besuchern den stärksten Kontakt haben, und das jener Entscheidungsträger, die bestimmen können, wie gut
die Destination und ihre Angebote touristischen Bedürfnissen entgegenkommen. Beim Marketing sieht er die Zukunft im Ausbau der Interaktivität in der Kommunikation - sie soll nicht nur zum Kunden hin, sondern verstärkt auch im Dialog mit ihm erfolgen.

Wien-Tourismus verleiht Goldene Johann-Strauß-Medaillen

Zum Erfolg der Destination Wien tragen viele Personen und Institutionen auf den verschiedensten Ebenen bei. Zehn besonders engagierte Partner zeichnet der Wien-Tourismus heuer mit der Goldenen Johann-Strauß-Medaille aus. Fünf der Ehrenzeichen werden "ad personam" für das Lebenswerk verliehen, sie gehen an:

o KommR Dkfm. Elisabeth Gürtler für langjähriges Wirken an der Spitze des Hotels Sacher ebenso wie für die Betreuung des Opernballs.
o KommR Franz Häußler, Generaldirektor der Vereinigten Bühnen Wien, wegen seines Einsatzes für die Musicalstadt Wien sowie seiner beispielhaften Zusammenarbeit mit der Wiener Tourismusbranche.
o ÖkR Ing. Franz Mayer, Heurigenwirt und Qualitätswinzer (Gruppe Vienna Classic), ist ein Aushängeschild der Wiener Weinhauer-Tradition und langjähriges Mitglied der Tourismuskommission des Wien-Tourismus.
o Eli Messer, Direktor des Austrian-Airlines-Büros in Tel Aviv, wirkt seit mehr als drei Jahrzehnten als Mittler zwischen vielen vertriebenen Österreichern sowie deren Nachkommen und ihrer früheren Heimat.
o Senator h.c. KommR Ing. Hugo Reinprecht, ebenfalls Heurigenwirt und Qualitätswinzer, engagierte sich auch viele Jahre als Ko-Vorsitzender des Praterbeirates und Vizepräsident des Wien-Tourismus und ist amtierender Präsident des Österreichischen Veranstalterverbandes.

Die ausgezeichneten Institutionen sind:

o Emirates Airlines, deren im Mai 2004 geschaffener Direktflug aus Dubai durch die Drehscheibenfunktion Dubais auch Gäste aus anderen Golfstaaten, aus Indien und Australien nach Wien bringt. Die Medaille nimmt Senior Vice President Keith Longstaff
entgegen.
o Die Fluglinie Niki, deren Etablierung kostengünstiger Wien-Flüge aus London, Paris und Rom das Fehlen ausländischer Billigflugangebote auf diesen Strecken kompensiert.
o Das französische Figaro Magazine, repräsentiert durch seinen stellvertretenden Chefredakteur Jean Sévillia, das seit vielen Jahren beständig und umfangreich über die Destination Wien berichtet.
o Viajes El Corte Inglés, das Reisebüro von Spaniens großer Kaufhauskette, führt seit fünf Jahren mit dem Wien-Tourismus gemeinsame Werbekampagnen in Spanien und Portugal. Zur Medaillen-Übernahme ist Generaldirektor D. Jesus Nuño de la Rosa y Coloma angereist.
o Eurotours, Österreichs größtes Incoming-Reisebüro, vertreten durch Generaldirektor Dipl. Ing. Hans-Dieter Toth, wird für
seine aktive Rolle im Wiener Tourismus-Forum Incoming und 25
Jahre dynamischer Zusammenarbeit mit dem Wien-Tourismus geehrt.

(Schluss) wtv

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