Getränkeverpackungen am Prüfstand

Wien (OTS) - Vor einem Jahr wurde von der Wirtschaft die Nachhaltigkeitsvereinbarung zur Rettung der Mehrwegflaschen unterzeichnet. Taten seitens der Wirtschaft lassen auf sich warten. Taten setzt hingegen "die umweltberatung" mit einem neuen Infoblatt mit Tipps und Hintergrundinformationen über Getränkeflaschen, -packerl und Dosen: rote Karte für Aludosen, grünes Licht für Mehrwegflaschen.

In Österreich werden pro Jahr rund 2,5 Milliarden Liter Getränke abgepackt und getrunken. Dementsprechend groß ist die Menge an gebrauchten (Einweg-) Verpackungen, aber auch der Energieaufwand zur Verpackungsherstellung und für den Transport. So fielen beispielsweise 2004 rund 34.000 Tonnen Einweg-PET-Flaschen als Abfall an! Unter den verschiedenen Getränkeverpackungsarten gibt es nach wie vor ökologisch "schlechte" und "gute". Eines vorweg: Spitzenreiter ist Kunststoff-Mehrweg, dicht gefolgt von Glas-Mehrweg. Schlusslichter sind die Aluminium- und die Weißblechdose und die Einweg-Glasflasche.

Nach Durchsicht sämtlicher aktueller verfügbarer Studien wurde von "die umweltberatung" eine Neubewertung der Umweltauswirkungen von Getränkeverpackungen wie Flaschen, Dosen oder Getränkekartons vorgenommen. Dabei wurden auch die teilweise verbesserten Recyclingbemühungen der Wirtschaft mitberücksichtigt.
Die Ergebnisse: Sieger ist PET-Mehrweg, die Pfandflasche aus Kunststoff. Sie wird durchschnittlich 20 mal wiederbefüllt und hat durch das geringere Gewicht die Glas-Mehrwegflasche überholt, die jetzt am 2. Platz gereiht ist. Im Mittelfeld befinden sich PET-Einweg (die Plastikflasche ohne Pfand) und der Verbundkarton (Tetrapack), sofern sie getrennt gesammelt und verwertet werden. Schlusslichter sind Glas-Einweg und die Dose, die aufgrund ihres hohen Energieverbrauchs weit höhere negative Umweltauswirkungen verursachen.

Tipps für die KonsumentInnen:

Mehrweg-Flaschen kaufen - egal ob aus Kunststoff oder Glas, sie sind die umweltfreundlichsten, Mehrwegflaschen aus Kunststoff sind überdies leicht.

Getränke in Einwegglasflaschen und Dosen im Regal stehen lassen, sie verursachen trotz Recycling wesentlich höhere Umweltbelastungen als alle anderen Getränkeverpackungen.

Falls Einwegverpackungen unvermeidbar sind: Getränkeverpackungen genau trennen, sie sind wertvolle Rohstoffe - Plastikflaschen in die Plastikflaschensammlung, Getränkepackerl in die ÖKOBOX und Dosen in die Metallsammlung.

Wirtschaft ist säumig

Mit der im Herbst 2004 unterzeichneten Nachhaltigkeitsagenda hat sich die österreichische Getränkewirtschaft hohe Ziele gesteckt: 80 % aller an Letztverbraucher abgegebenen Getränkeverpackungen sollen wiederbefüllt oder stofflich verwertet werden. "die umweltberatung" Wien bezweifelt jedoch erneut die Ernsthaftigkeit der Agenda. Dazu Johanna Leutgöb von "die umweltberatung": "Der Trend geht bislang ungebrochen in Richtung Einweg. Bereits 2003 ist die Mehrwegquote unter die magischen 50 % auf 48 % gefallen, 2004 lag sie nur mehr bei 45,6 %." Bis 2007 will die Wirtschaft die von ihr selbst gesetzten Ziele erreichen, um so eine "ordnungspolitische" Maßnahme zu verhindern. "Wenn die Wirtschaft nicht raschest ihr Engagement erhöht, werden die ehrgeizigen Ziele wohl kaum erreichbar sein", so Leutgöb weiter.
Bestellung und Information bei "die umweltberatung" unter 01/803 32 32 und http://www.umweltberatung.at/ im Bestellservice:

o Infoblatt "Getränkeverpackungen am Prüfstand" - NEU
unter Thema: Abfallwirtschaft
o Infoblatt "Fruchtsaft, Wellnessdrink und Co - beliebte Durstlöscher im Vergleich":
unter Thema: Ernährung zum gratis downloaden
http://www.umweltberatung.at/start.asp?b=119&sub=0&m=30&ID=x

(Schluss) vhs

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