Fahrtkosten: Offener Brief an Dr. Van der Bellen

Bauarbeiter: Arbeitszeiten und Arbeitseinsätze, die eine Anreise mit einem öffentlichen Verkehrsmittel erst gar nicht zulassen Wien (OTS) - In einem Offenen Brief an Dr. Alexander Van der Bellen nimmt der Bau-Betriebsratsvorsitzende Albert Stranzl Stellung zu den zunehmenden Problemen, die Bauarbeiter mit den steigenden Fahrtkosten haben.++++

Der Offene Brief im Wortlaut:

Herrn Dr. Alexander Van der Bellen
Abgeordneter zum Nationalrat
p.A. Der Grüne Klub
Dr. Karl-Renner-Ring 3
1017

Wien 2005 10 04

Sehr geehrter Herr Dr. Van der Bellen!

Geschafft: 136.000 Bauern bekommen endlich ihre gewünschte Steuersenkung auf Treibstoff.

Es ist für mich wirklich verblüffend, wie unsere Bundesregierung mit der Steuergeldverteilung umgeht.

Scheinbar sind Direktzahlungen aus dem EU-Fördertopf für die Landwirtschaft noch zuwenig.

Pendlern werden solche Förderungen nicht gewährt. Aufgrund der Unwetterkatastrophen in Österreich ist es notwendig, Sicherungsmaßnahmen für einige Hangrutschungen sowie Straßensicherungen vorzunehmen. So rasch als möglich müssen Bauarbeiter für Straßenverbindungen und für Verbindungen von Ortszufahrten sorgen. Pionierarbeit ist angesagt.

Samstags, sonntags, Tag und Nacht stehen Bauarbeiter im Dienste der Gesellschaft. Plötzlich befindet sich seine Arbeitsstelle mehrere hunderte Kilometer von seinem Wohnsitz entfernt. Zufahrten zu ihrem neuen Arbeitplatz sind aufgrund der Verwüstungen und der zerstörten Verkehrswege fast nicht möglich. Wiederum ein Arbeiteinsatz, der nicht mit einem öffentlichen Verkehrsmittel erreichbar ist und mit Arbeitzeiten, die wahrscheinlich alle Gesetze brechen, stehen auf dem Tagesablauf. Arbeitszeiten und Arbeitseinsätze, die eine Anreise mit einem öffentlichen Verkehrsmittel erst gar nicht zulassen.

Trotzdem bekommen den Steuernachlass von 20,40 Cent pro Liter Treibstoff die Landwirte.

Bauarbeiter die hunderte Kilometer zu ihrem Arbeitseinsatz fahren und im Dienste der Bevölkerung für den Wiederaufbau einer zerstörten Infrastruktur Tag und Nacht sowie bei jeder Witterung dafür sorgen, dass jene Orte, die um ihre Existenz bangen auch wieder gefahrlos erreichbar sind, werden noch lt. Aussage mit faulen Eiern beworfen und nicht mit Steuerzuckerln begünstigt.

Wien, 17. Oktober 2005

Rückfragen & Kontakt:

Albert Stranzl
0664/626 15 88

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