Medikamenten-Einsparungen auf dem Rücken der Patienten?

Pharmig: Spar-Diktat gefährdet Versorgung mit innovativen Medikamenten

Wien (OTS) - Generikaverband und Hauptverband der Sozialversicherungsträger haben heute in einer Pressekonferenz auf die "Vorteile für Patienten" durch Generika hingewiesen. Zu belegen versuchen sie dies unter anderem mit dem Beispiel des Cholesterinsenkers Simvastatin: "Innerhalb von drei Jahren (Anm. Pharmig: von 2002 bis 2005) konnten fast doppelt so viele Patienten bei einem Fünftel weniger Kosten behandelt werden." (Quelle:
Pressemappe des Generikaverbandes vom 14.10.2005)

Pharmig-Generalsekretär Jan Oliver Huber zieht einen ganz anderen Schluss aus diesem und ähnlichen Beispielen: "Das bedeutet ja wohl, dass hier die Hälfte der Patienten vor dem Markteintritt der Generika überhaupt nicht behandelt wurde. Haben die Krankenkassen also tausenden Patienten die Versorgung mit Blutfett senkenden Medikamenten verweigert, nur weil noch kein Generikum am Markt war?"

Der Hauptverband hat auf Basis der von den Pharma-Unternehmen gestellten Anträge auf Aufnahme von Medikamenten in den Erstattungskodex (also der Liste der von den Krankenkassen bezahlten Medikamente) wie folgt entschieden: Seit 1. Jänner 2005 wurden nur 7 innovative Produkte in den "Grünen Bereich" (frei verschreibbare Arzneien) übernommen. 24 moderne Präparate wurden in den "Gelben Bereich" (chefarztpflichtig) aufgenommen. Für 164 Anträge bezüglich Originalpräparaten hat der Hauptverband noch nicht entschieden, ob diese den chefarztpflichtigen oder den frei verschreibbaren Medikamenten zugeordnet - oder gar nicht von den Krankenkassen bezahlt werden.

Die Patienten sind die Opfer dieser kurzsichtigen Politik, denn sie werden so zu Bittstellern bei der Krankenkasse und bei den Chefärzten. Der drastische Anstieg sogenannter Einzelschicksale zeigt: Ob ein Medikament von den Krankenkassen bezahlt wird oder nicht, wird zunehmend nach ökonomisch-bürokratischen und nicht mehr nach medizinisch-menschlichen Gesichtspunkten beurteilt. "Das gefährdet die Gesundheit der Österreicher, wirft Österreich bei der Versorgung seiner Bürger mit modernen Medikamenten über kurz oder lang auf den Stand eines Entwicklungslandes zurück und schadet massiv der heimischen Pharma-Wirtschaft", warnt Huber abschließend.

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