Volksbank Investmentbank: Deutliche Kursverluste am Wiener Aktienmarkt

ATX fiel um 5,1 Prozent

Wien (OTS) - Am Wiener Aktienmarkt wurden in der vergangenen Woche deutliche Kursverluste verzeichnet: Der ATX fiel im Wochenvergleich um 5,1 Prozent, 20 von 21 ATX- Unternehmen (BA-CA + 1,5 Prozent) erlitten zum Teil deutliche Abschläge. Einen fundamentalen Grund dafür gab es keinen, berichtet die Volksbank Investmentbank in ihrem Wöchentlichen Finanzmarktkommentar. Die internationalen Aktienmärkte schrieben - belastet durch die Aussicht auf weiter steigende US-Leitzinsen - im Vergleich dazu lediglich leichte Verluste.
In den USA haben bisher 46 der 500 Unternehmen aus dem S&P 500 Index ihr Ergebnis über das dritte Quartal präsentiert. 67 Prozent davon übertrafen die Markterwartungen. 17 Prozent lieferten ein Ergebnis, das darunter lag. In den nächsten Tagen gibt es weitere Veröffentlichungen, alleine aus dem 30 Werte umfassenden Dow präsentieren 17 Unternehmen ihre Zahlen. Die VBIB erwartet einige Impulse und damit mehrheitlich leichte Kurssteigerungen.

Der US-Dollar zeigte in den letzten Tagen eine gestärkte Position. Grund dafür war die Veröffentlichung des Fed-Protokolls, mit dem die Erwartung einer Fortsetzung des US-Leitzinsanhebungszyklus stieg. Die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer zur weiteren Entwicklung sollte gleich bleiben, somit rechnet die VBIB beim Dollar im Verhältnis zum Euro auf Wochensicht mit einer Seitwärtsentwicklung.

Die Anleiherenditen sind sowohl in den USA als auch in der Eurozone weiter gestiegen. In den USA markierte die Rendite der 10jährigen Benchmarkanleihe mit 4,509 Prozent im Wochenverlauf den höchsten Stand seit sechs Monaten, in der Eurozone erreichte sie mit 3,295 Prozent das höchste Niveau seit zwei Monaten. Die Gründe dafür lagen vorwiegend im jüngst veröffentlichten Protokoll zur US-Notenbanksitzung vom 20. September und dem neuesten EZB-Monatsbericht. Diese wurden vom Markt als Warnung vor Inflation aufgrund der gestiegenen Ölpreise interpretiert.
Die weitere Entwicklung der Anleihekurse bzw. Renditen in den nächsten Tagen hängt vor allem von den veröffentlichten Preisdaten (Konsumentenpreisindex in den USA und der Eurozone, US-Produzentenpreisindex) ab. Auf Wochensicht erwarten die Analysten der VBIB eine Seitwärtsentwicklung bei den Anleiherenditen in den USA und der Eurozone.

Die Anzahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft sank in den USA im September um 35.000 (Markterwartung: -150.000; August:
+211.000). Durch Hurrikan Katrina gingen vor allem im Freizeit- und Tourismussektor Arbeitsplätze verloren. Die Arbeitslosenquote stieg im September auf 5,1 Prozent (August: 4,9 Prozent). Das US-Außenhandelsdefizit hat sich im August vor allem wegen eines Anstiegs der Öl-Importpreise und höherer Importe von Textilien aus China auf USD 59 Mrd (Markterwartung: USD 59,5 Mrd; Juli: USD 58 Mrd) und damit auf das dritthöchste je registrierte Niveau ausgeweitet. Durch den Wegfall der Handelsquoten mit Jahresbeginn erhöhten sich in den ersten acht Monaten dieses Jahres die Bekleidungseinfuhren aus China in die USA um mehr als 53 Prozent.
Die Wirtschaft in der Eurozone ist nach endgültigen Berechnungen von Eurostat im zweiten Quartal - wie bereits zuvor vorausgeschätzt - um 0,3 Prozent (Erstes Quartal: 0,4 Prozent) gewachsen. Die deutsche Industrieproduktion ist im August nach vorläufigen Berechnungen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit um 1,6 Prozent (Juli:
+1,2 Prozent) gesunken.

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