Vogelgrippe: Ärztekammer sieht "keinen Grund für Beunruhigung"

Brettenthaler: "Österreicher müssen keine Angst haben" - Dierich: "Vogelgrippe immer noch eine Grippe der Vögel und nicht der Menschen"

Wien (OTS) - Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) sieht angesichts der Verbreitung der Vogelgrippe in der Türkei und in Rumänien für die österreichische Bevölkerung " keinen Grund zur Beunruhigung". "Niemand in Österreich muss derzeit Angst haben, sich mit einem Vogelgrippe-Virus zu infizieren und krank zu werden. Der jetzt in der Türkei und wahrscheinlich auch in Rumänien entdeckte Virusstamm ist nur für Menschen potenziell gefährlich, die mit infiziertem Geflügel auf engstem Raum leben", erklärte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Reiner Brettenthaler, am Freitag in einer Aussendung. Auch sei bisher noch keine Mutation des vorliegenden Vogelgrippe-Virus-Stamms H5N1 bekannt, der sich mit dem menschlichen Influenza-Virus so vermischt habe, dass er unter Menschen in aggressiver Form übertragen werde und so weltweit eine Influenza-Pandemie auslöse.

"Die Vogelgrippe ist immer noch eine Grippe der Vögel und nicht der Menschen. Selbst wenn die Vogelgrippe nach Österreich käme, sind nur jene Personen gefährdet, die mit kranken Vögeln quasi unter einem Dach leben", erklärt dazu auch der stellvertretende Vorsitzende des Obersten Sanitätsrats, Univ.-Prof. Dr. Manfred Dierich, Direktor des Departments für Hygiene, Mikrobiologie und Sozialmedizin der Medizinischen Universität Innsbruck.

Dierich erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass in Asien zwar Millionen von Vögel vernichtet worden seien, jedoch nur an die hundert Menschen an der Vogelgrippe erkrankt seien. Auch hätten diese das Vogelgrippe-Virus nicht weitergetragen, da eine mutierte Form des Virus, die von Mensch zu Mensch übertragen werden könne, bislang noch nicht vorliege. Dierich: "Es muss also derzeit niemand Sorge haben, das Vogelgrippe-Virus könnte bei einem Auftreten in Österreich explosionsartig in der Bevölkerung weitergegeben werden."

Außerdem könne selbst beim Verzehr infizierten Geflügels "nichts passieren", denn das nun auch nach Europa gekommene Vogelgrippe-Virus werde beim Kochen und Braten "komplett zerstört", erläuterte Dierich weiter.

Das Gesundheitsministerium, der Oberste Sanitätsrat, sowie das European Center for Disease Control (ECDC-Stockholm) beobachteten allerdings die Situation mit äußerster Aufmerksamkeit. Dierich: "Wir in Österreich registrieren jede weitere Entwicklung, sind wachsam und haben einen Krisenstab, der bei Auftreten einer problematischen Situation sofort handelt." Ängstlichen Personen rate er, sich sicherheitshalber einen Vorrat des Neuraminidase-Hemmers Tamiflu einzulagern.

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