ÖAMTC fordert: Nach Unfall im Ausland soll es Schadenersatz und Schmerzengeld nach Heimatrecht geben

EU-Rat muss verbessertem Opferschutz zustimmen

Wien (OTS) - Wer an einem Unfall im Ausland beteiligt ist, kann
den Unfallschaden zwar mittlerweile daheim abwickeln, wird aber nach den im Ausland geltenden Regeln entschädigt. "Das führt oft zu unangenehmen Folgen, wie z.B. aufwändige Verfahren nach fremdem Recht und wenig bis gar kein Schmerzengeld", weiß ÖAMTC-Juristin Verena Hirtler. "Künftig soll aber das Heimatrecht des Geschädigten zur Anwendung kommen." Ein Hauptthema bei den 6. Europäischen Verkehrsrechtstagen, die derzeit in Trier (Deutschland) stattfinden, ist der Entwurf der EU-Kommission für eine "Rom II-Verordnung", deren wichtigster Anwendungsbereich in Zeiten steigender internationaler Mobilität der Verkehrsunfall im Ausland sein wird.

Durch die Verordnung soll es möglich werden, dass Verletzte nach einem Verkehrsunfall in Europa nach dem Recht ihres Heimatstaates entschädigt werden. "Schließlich treffen die Folgen eines Verkehrsunfalls, wie Verdienstentgang oder Kosten einer medizinischen Heilbehandlung, das Opfer auch daheim", erläutert Hirtler. "Daher ist es nur gerecht, wenn die gesamte Entschädigung für einen Personenschaden nach den Grundsätzen des Heimatrechts bemessen wird." Im europäischen Parlament wurde der Lösung bereits zugestimmt. Jetzt ist der EU-Rat am Zug: "Ziel ist, allen österreichischen Autofahrern ein faires und rasches Verfahren nach Verkehrsunfällen in Europa zu ermöglichen", fordert ÖAMTC-Juristin Hirtler die rasche Zustimmung zur neuen Verordnung.

Damit soll eine Lücke geschlossen werden: Der ÖAMTC hat in Kooperation mit den EU-Abgeordneten in Brüssel bereits erreicht, dass außergerichtliche Verhandlungen mit dem Vertreter der ausländischen Versicherung in Österreich möglich sind. Außerdem kann die Klage gegen eine gegnerische Versicherung, die eine Zahlung verweigert, in Österreich eingebracht werden. Trotz dieser "Zwischenlösung" kommt noch immer mitunter ungünstigeres fremdes Recht zur Anwendung. "Richter, Anwälte und Versicherungen müssen erst mühsam das ausländische Recht ermitteln. Dieses Manko muss nun endlich beseitigt werden, um mehr Rechtssicherheit und Opferfreundlichkeit zu erreichen", sagt Hirtler.

(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Elvira Kuttner
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
pressestelle@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0001