"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Vergrünt" (Von Johannes Huber)

Ausgabe vom 12. Oktober 2005

Wien (OTS) - Mit Alexander Van der Bellen sind die Grünen bisher von Wahlerfolg zu Wahlerfolg gelaufen, da schmerzt es dann natürlich besonders, nicht nur eine, sondern gleich zwei Niederlagen eingefahren zu haben: minus 0,9 Prozentpunkte in der Steiermark, minus 0,3 Prozentpunkte im Burgenland.
Verständlich, dass sich Van der Bellen und Co. jetzt einreden, das es sich dabei noch nicht um einen Trend handelt. Allein, sehr vieles spricht dafür. Im Burgenland mag man darunter gelitten haben, dass es dort keine Großstadt mit grün-geneigtem Publikum gibt. Umso mehr müsste es dann aber ein Alarmsignal sein, dass man auch in der Steiermark schlecht abgeschnitten hat - allein Graz zählt schließlich 230.000 Einwohner.

In Wien droht den Grünen in zwei Wochen die nächste Ernüchterung zuteil zu werden; dort zeigt sich das Problem der Partei am deutlichsten: Sie ist so kreuzbrav geworden, dass sie kaum noch wahrgenommen wird. Dass die Spitzenkandidatin in der Bundeshauptstadt Maria Vassilakou heißt, erfahren aufmerksame Passanten gerade noch von den Plakaten. Was sie (wie auch ihre Mitstreiter) wirklich Originelles will, bleibt hingegen verborgen. Da ist es denn auch kein Wunder, dass viele Wähler lieber gleich zum "Schmied" (zur SPÖ) als zum "Schmiedl" (den Grünen) gehen, wie Van der Bellen schon einmal festgestellt hat.

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