Greenpeace: Bartenstein bei EU-Chemiegesetz befangen

Gesundheit und Umwelt vor Industrieinteressen

Wien/Brüssel (OTS) - Greenpeace reagierte mit Enttäuschung auf die nach dem heutigen Wettbewerbsrat erfolgte Ankündigung von Minister Bartenstein, im Rahmen der geplanten Chemikaliengesetzgebung REACH 17.500 Chemikalien mit einer Vermarktungsmenge von ein bis 10 Tonnen nicht mehr genau zu behandeln. "Minister Bartenstein scheint noch immer nicht verstanden zu haben, dass auch von Chemikalien in dieser Menge erhebliche Gefahren für Mensch und Umwelt ausgehen können", warnt Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster. Zum Beispiel werden gerade die gefährlichen künstlichen Moschusduftstoffe nur in Mengen von wenigen Tonnen hergestellt. Trotzdem zählen sie zu den bedenklichsten Risiko-Chemikalien. "Minister Bartenstein macht sich zum Büttel der chemischen Industrie und will das neue EU-Chemikalienrecht, das Gesundheit und Umwelt vor Zehntausenden Chemikalien schützen soll, sabotieren", so Schuster. Greenpeace fordert, dass bei der Behandlung von Risiko-Chemikalien Gesundheit und Umwelt vor die Wirtschaftsinteressen gestellt werden. Minister Bartenstein muss daher alle seine Chemie-Agenden an Umweltminister Josef Pröll abgeben, zumal er als Wirtschaftsminister befangen ist und ein familiäres Naheverhältnisses zur Chemie- und Pharmaindustrie hat.

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MMag. Franko Petri, Greenpeace Pressesprecher, tel. 0664-6126721.
DI Herwig Schuster, Greenpeace-Chemiker, tel. 0664-4319214.

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