"Ö1-Geige" wechselt um 120.000 Euro den Besitzer

Wien (OTS) - Gestern, am Montag, den 10. Oktober, endete nach vier Jahren das Kunstsponsoring-Projekt "Ö1-Geige": Bei einer Live-Auktion im RadioKulturhaus wurde sie um 120.000 Euro versteigert. Für den musikalischen Rahmen sorgten Cornelia Löscher - sie trat zum letzten Mal mit der "Ö1-Geige" auf - und der tschechische Star-Geiger Pavel Sporcl. Durch den Abend führte Ö1-Moderatorin Irene Suchy.

Das Kunstsponsoring-Projekt für Investoren und Jungmusiker "Ö1 Geige" ist abgeschlossen. Mit dem Kauf von Urkunden zu je 100 Euro konnten sich Kunstliebhaber im Jahr 2001 am Erwerb einer Meister-Geige - einer Ceruti aus dem Jahr 1840 - im Wert von 100.000 Euro beteiligen, die dann zwei talentierten Junggeigern für je zwei Jahre zur Verfügung gestellt wurde. Das erste "Wettspiel" um die "Ö1-Geige" vor vier Jahren konnte Georg Eggner für sich entscheiden, im Oktober 2003 übergab Eggner die "Ö1-Geige" an die neue Siegerin Cornelia Löscher. Gestern, am 10.10., wurde die "Ö1-Geige" im Rahmen eines "Geigenfestes" in einem Auktions-Konzert im RadioKulturhaus versteigert. Der Gründer des Auktionshauses im Palais Kinsky, Otto Hans Ressler, leitete die Live-Auktion im Großen Sendesaal.

Der Käufer heißt Douglas Anderson und ist Investmentbanker aus Seattle. Er wird die "Ö1-Geige" nach der Diplomprüfung Cornelia Löschers - also in etwa zehn Tagen - in die USA mitnehmen. Im Interview mit der Moderatorin des Abends, Irene Suchy, freute er sich, eine Investition gemacht zu haben, die vielen anderen auch Freude macht.

Das Bieten im Saal und an den drei Telefonleitungen war lebhaft und spannend, der Ausrufungspreis der "Ö1-Geige" lag bei 20.000 Euro, bis 60.000 boten viele im Saal mit, danach kam es zu einem Duell mit einem Telefonbieter, das der Saalbieter Anderson für sich entschied -beim Gebot von 120.000 Euro bekam er den Zuschlag. Otto Hans Ressler leitete die Auktion zweisprachig deutsch und englisch. Die Investition des Ö1-Publikums hat sich mehrfach gelohnt: die Verzinsung des Anteils liegt bei 20 Prozent, die Karrieren der beiden Geiger Georg Eggner und Cornelia Löscher wurden gefördert.

Die "Ö1-Geige" - ein innovatives Kunstsponsoring-Projekt von Ö1 und der BAWAG - wurde im Oktober 2001 ins Leben gerufen und im gleichen Jahr mit dem "Maecenas"-Anerkennungspreis ausgezeichnet. Die Grundidee war, dass von kunst- und kulturinteressierten Ö1-Hörern ein Meisterinstrument im Wert von 100.000 Euro erworben wurde. Dieser Ankauf erfolgte in Form von Urkunden zu je 100 Euro. Das Meisterinstrument - die Auswahl trafen Violin-Virtuose Julian Rachlin, eine prominent besetzte Jury und das Publikum in einem öffentlichen Konzert - wurde jeweils für zwei Jahre einem Jungmusiker zur Verfügung gestellt. Denn: Streichinstrumente für professionelle Musiker in Österreich sind unerschwinglich, sie werden auf Kredit gekauft oder geliehen. Waren es früher einzelne Leihgeber sind es jetzt Institutionen bzw. Personenkreise, die Instrumente ankaufen. Der Besitzer - bzw. die Partner - sind zugleich Förderer eines Virtuosen, da die Geige nur im gespielten Zustand ihren Wert behält bzw. steigert. Eine Geige ist eine Wertanlage, deren Wertsteigerung in den letzten 30 Jahren weit über der Steigerung internationaler Aktien-Indizes lag - wird sie bespielt, liegt die geschätzte Wertsteigerung pro Jahr bei fünf Prozent.(hb)

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