Abstimmungsfeier 2 - Kärnten als leuchtendes Beispiel der Hoffnung

BK Schüssel: Volksabstimmung war Schlüsselereignis für Geschichte Österreichs - Kärnten beispielhaft bei Volksgruppenfrage

Klagenfurt (LPD) - Unter großer Beteiligung der Bevölkerung wurde heute, Montag, die Feierstunde des Landes anlässlich der 85. Wiederkehr des Tages der Kärntner Volksabstimmung im Großen Wappensaal des Klagenfurter Landhauses abgehalten. Festredner Bundeskanzler Wolfgang Schüssel sprach Kärnten dabei wichtige Rollen zu: Dem Kärnten von 1920 in der Werdung der jungen Republik Österreich und dem heutigen Kärnten im gemeinsamen Europa zu.

Abwehrkampf und Volksabstimmung bezeichnete der Bundeskanzler als Schlüsselereignis für die Landesgeschichte Kärntens und die Geschichte Österreichs. Das Votum Kärntens für Österreich sei der erste substanzielle Erfolg in einer Zeit serienweiser Niederlagen gewesen. Wenige hätten damals an Österreich geglaubt, doch Kärnten habe "ein leuchtendes Beispiel der Hoffnung" abgegeben.

Ein "leuchtendes Beispiel" ist Kärnten für den Bundeskanzler aber auch in der Lösung von Problemen der Mehrsprachigkeit und des Zusammenlebens der Volksgruppen. Ähnliche Probleme gebe es überall in Europa, doch Kärnten "zeigt, wie man es macht". Die Bevölkerung bezeichnete er als aufgeschlossen und ohne Angst. Hervorgehoben wurde von Schüssel auch die 1920 abgegebene Selbstverpflichtung der Kärntner, die slowenische Volksgruppe zu achten und zu fördern. Ortstafeln seien ein Symbol, Substanz sei jedoch die Summe vieler Entscheidungen, wie Bildungs- oder Beschäftigungsmöglichkeiten für die Volksgruppe. In Fragen der Volksgruppenpolitik werde der Bund weiter gemeinsam mit Kärnten und der Bevölkerung agieren, denn nur so habe das Ergebnis Bestand, betonte der Bundeskanzler.

Kärnten leistet für Schüssel aber auch einen positiven Beitrag für die Zukunft Europas. Er nannte das Land eine "Brücke nach Südosteuropa", hier werde auch die Chance aktiver Nachbarschaftspolitik ergriffen. Er brachte weiters aufs Tapet, dass es seitens des Bundes in der Vergangenheit "Versäumnisse" im Ausbau der Infrastruktur in Kärnten und der Steiermark gegeben habe. Mit einer Milliarde Euro für Straße und Schiene fließe derzeit aber das größte Investitionsprogramm aller Zeiten nach Kärnten. Mittel des Bundes gibt es für Kärnten auch in Form der aktuellen Abstimmungsspende. Schüssel sicherte zwei Millionen Euro zu, die für Zukunftsprojekte und für die Jugend Kärntens eingesetzt werden sollen.

Bei der Feierstunde im Großen Wappensaal konnte Landtagspräsident Jörg Freunschlag seitens der Landesregierung Landeshauptmann Jörg Haider, die Landeshauptmannstellvertreter Martin Strutz und Peter Ambrozy sowie die Landesräte Gaby Schaunig und Josef Martinz begrüßen. Als Vertreter der slowenischen Volksgruppe waren Marjan Sturm, Bernard Sadovnik und Vladimir Smrtnik anwesend. Auch Abordnungen des Abwehrkämpferbundes, des Kameradschaftsbundes, des Kärntner Heimatdienstes und der Ulrichsberggemeinschaft nahmen an der Feier teil. Ebenfalls anwesend waren Diözesanbischof Alois Schwarz, Superintendent Manfred Sauer, Staatssekretär Sigisbert Dolinschek, Militärkommandant Gerd Ebner, Landespolizeikommandant Wolfgang Rauchegger und Landesamtsdirektor Reinhard Sladko.

Für die stimmungsvolle Umrahmung der Feier sorgten der Chor der Musikhauptschule Seeboden, der Chor des BG und BRG für Slowenen in Klagenfurt, das Bläserquartett der Militärmusik Kärnten sowie Schüler der Volksschulen St. Georgen/Längsee und Launsdorf.
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