SP-Stubenvoll: Die Anliegen Gehörloser müssen stärker ins öffentliche Bewusstsein transportiert werden

Sprechstunde für gehörlose Menschen mit 2. Landtagspräsidentin Erika Stubenvoll und SP Gemeinderat Karlheinz Hora im Info-Point der SPÖ Wien

Wien (SPW) - "Die Probleme gehörloser Menschen müssen tatsächlich stärker hörbar gemacht werden", stellte die 2. Präsidentin des Wiener Landtages und Vorsitzende der gemeinderätlichen Behindertenkommission bei der Sprechstunde für gehörlose Menschen Freitagnachmittag im Info-Point der SPÖ Wien fest. Sie und Gemeinderat Karlheinz Hora, Mitglied der gemeinderätlichen Behindertenkommission, veranstalteten mit der Unterstützung einer Gebärdendolmetscherin dieses MandatarInnengespräch, das auf reges Interesse zahlreicher hörbehinderter und gehörloser Menschen stieß. Diese berichteten über die schlechten Arbeitsbedingungen, die zum Teil nach wie vor für Gehörlose herrschen. Stubenvoll brachte ihr Bedauern zum Ausdruck, dass es gerade zu Zeiten hoher Arbeitslosenzahlen für Menschen mit Behinderung umso schwieriger sei, einen Arbeitsplatz zu finden. In diesem Zusammenhang erwähnte Stubenvoll, dass bei der Stadt Wien Gehörlose im Rahmen der so genannten Sonderaktion angestellt seien. "Es müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um das Arbeitsangebot für Gehörlose zu verbreitern. Dazu wird es auch notwendig sein, die Zahl der Arbeitsassistenzen zu erhöhen. Hier herrscht dringender Handlungsbedarf des Bundes!" ****

Stubenvoll und Hora fragten gezielt nach den Forderungen der Gehörlosen, besonders nach mehr Sozialarbeitern, die die Gebärdensprache beherrschen und einem Tageszentrum für Gehörlose. Für diese Forderungen sagten Stubenvoll und Hora breite Unterstützung zu. Sie freuten sich jedoch, zu hören, dass die Gehörlosenambulanz bei den "Barmherzigen Brüdern", die seit 6 Jahren besteht, auf breite Akzeptanz stößt. Stubenvoll sprach sich auch dafür aus, ein breiteres kulturelles Angebot neben dem Gehörlosenfestival etablieren zu wollen. Sie berichtete darüber, dass sich die gemeinderätliche Behindertenkommission auch an den ORF gewandt habe mit der Forderung sein Angebot für Gehörlose auszubauen. Nur rund 15 Prozent des Programmangebots des ORF könnten von Hörbehinderten genutzt werden, so Stubenvoll: "Wenn sie die Grenze des tolerierten Haushaltsnettoeinkommens überschreiten, werden Gehörlose und Hörbehinderte voll zur Kasse gebeten. Wir brauchen dringend eine Regelung, dass Gehörlose ausschließlich für das Fernsehangebot Gebühren entrichten müssen!" Es sei erfreulich, dass diese ungerechte Regelung mittlerweile beim Verfassungsgerichtshof geprüft werde.

Etwa 2.000 Bürgerinnen und Bürger Wiens, rund 10.000 Menschen sind es österreichweit, verwenden die Österreichische Gehörlosensprache als Erstsprache. Die internationale Anerkennung durch das Europäische Parlament erfolgte bereits im Jahr 1988. "Heuer wurde nun endlich auch in Österreich die Österreichische Gebärdensprache in der Verfassung verankert und als eigenständige Sprache und als Ausdruck der Kultur der Gehörlosen anerkannt", zeigte sich Hora erfreut. Das Recht auf Integration im vorschulischen Bereich und nach der Schulpflicht sei gesetzlich nach wie vor nicht verankert. Auch gebe es für gehörlose Personen nur wenig Fortschritt: Die Gebärdensprache werde zwar anerkannt, das Gesetz sehe aber keine Richtlinien für die Inanspruchnahme und Finanzierung von Gebärdensprachdolmetschern und deren Ausbildungsstandards vor. Hier herrsche jedenfalls noch viel politischer Handlungsbedarf, waren sich Stubenvoll und Hora einig, die bekräftigten auch zukünftig als Sprachrohre für die Forderungen der gehörlosen und hörbehinderten Menschen einzutreten.

Hinweis: Der Info-Point ist ein Ort, bei dem sich die Wiener Bevölkerung mit SPÖ-PolitikerInnen unterhalten kann: Werktäglich, jeweils von 10.00 bis 12.00 Uhr bzw. von 14.00 bis 16.00 Uhr laden MandatarInnen bzw. KandidatInnen alle Interessierten zu persönlichen Gesprächen. (Schluss) ck

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