Küberl: "Hospizversorgung ist ein Menschenrecht"

Caritas-Präsident zum Welthospiztag: "Österreich ist auf dem richtigen Weg, nun müssen den Beschlüssen Taten folgen"

Wien (OTS) - "Hospizversorgung ist ein Menschenrecht. Österreich ist mit dem Auf- und Ausbau der Hospizarbeit zwar auf dem richtigen Weg, nun müssen den Beschlüssen aber Taten folgen", fordert Caritas-Präsident Franz Küberl anlässlich des Welthospiztages am morgigen Samstag, den 8.Oktober.

So habe in Österreich die Hospizidee vor allem dank des Engagements von vielen ehrenamtlichen MitarbeiterInnen Fuß gefasst und sei heute anerkannt und unumstritten. Mit der Anfang 2005 in Kraft getretenen Vereinbarung zwischen Bund und Ländern, die Umsetzung einer flächendeckenden Versorgung im Palliativ- und Hospizbereich vorsieht, sei "ein echter Durchbruch" gelungen. Nun dürften sich dessen SchöpferInnen aber nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen: "Schließlich geht es darum, sicherzustellen, dass wirklich alle bis zuletzt in Würde leben können", mahnt Küberl.

"Vielfach gibt es in der Hospizversorgung noch gravierende Lücken", ortet der Caritas-Präsident ein Stadt-Land-Gefälle. Die mobilen Palliativteams, die Schmerzen lindern und so den Betroffenen zu mehr Lebensqualität verhelfen, seien noch längst nicht überall und in ausreichender Zahl vorhanden. Küberl: "Auch in Spitälern und Pflegehäusern muss der ungeheuer wichtige Impuls der Hospizbewegung zum Standard werden."

Zudem sei die Finanzierung der ehrenamtlichen Hospizteams, die in ganz Österreich sterbende Menschen und ihre Angehörigen begleiten, nach wie vor nicht gesichert, kritisiert der Caritas-Präsident: "Auch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kosten Geld. Schließlich gilt es, sie entsprechend aus- und weiterzubilden sowie zu koordinieren und zu begleiten."

Besonders begrüßt Küberl hingegen, die strikte Ablehnung der Euthanasie in Österreich: "Die Tatsache, dass jetzt in den Niederlanden an einem Gesetz zur Sterbehilfe bei Babys gearbeitet wird und dass immer mehr Menschen die Inschrift: "Herr Doktor, bitte lass mich leben" mit sich herumtragen müssen, macht deutlich, dass eine einmal erfolgte Legalisierung von Euthanasie keine Grenzen mehr kennt."

Von Wien bis Vorarlberg finden in ganz Österreich Veranstaltungen der Caritas zum Welthospiztag statt. In Wien werden morgen der neue "Hospiz- und Palliativführer Österreich" sowie ein Ratgeber für Angehörige präsentiert (Infos unter: www.hospiz.at). Der Hospizführer enthält rund 170 Adressen aus dem Hospizbereich, an die sich Betroffene und Angehörige wenden können.

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Mag. Silke Ruprechtsberger, Caritas Österreich Kommunikation
Tel: 01/488 31/417 bzw. 0664/82 66 909
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