Sinn: Wären in Deutschland froh über österreichische Verhältnisse

Wirtschaftsforscher betont "Österreich steht gut da"

St. Wolfgang, 7. Oktober 2005 (ÖVP-PD) Gleich zu Beginn seines Vortrags bei der ÖVP-Klubklausur in St. Wolfgang ließ Univ.Prof. Dr. Hans-Werner Sinn, Präsident des Münchner Ifo-Institutes für Wirtschaftsforschung, bei seinem Referat aufhorchen. Sinn: "Die These, dass man Wachstum schaffen müsste, um den Arbeitsmarkt zu bewegen, halte ich für falsch. Wir müssen mehr Arbeitsplätze schaffen, um das Wachstum zu steigern. Mehr Input bedeutet mehr Output". Der heutige zweite Tag der Klubklausur steht ganz im Zeichen von "Innovation.Arbeit.Zukunft". Österreich könne hier "mitleidig" auf Deutschland blicken, betonte Sinn. ****

"Wir haben uns in Europa mit der Lissabon-Strategie große Ziele gesetzt", so Sinn. Als Beispiele nannte er unter anderem die Forschungs- und Entwicklungsstrategie sowie die Konsolidierung der Haushalte. Aber Europa habe teilweise willkürliche politische Zielsetzungen, die nur die Staaten etwas angehen würden. "Es gibt beispielsweise nicht DIE Frauen-Erwerbsquote, das muss jedes Land und jede Frau für sich entscheiden", so Sinn. Ähnlich sei es mit der Erwerbsquote älterer Menschen.

Das "Centre for European Policy Reform" in London habe ein Ranking für den Entwicklungsfortschritt der EU-Mitgliedsstaaten auf dem Weg zur Erreichung der Ziele der Lissabon-Strategie im Jahr
2005 erstellt: Dänemark liege an der Spitze, vor Schweden und den Niederlanden. Auf Platz vier folgt bereits Österreich, "was sehr beachtlich ist". Bei der Forschungsquote liege Österreich mit 2,1 Prozent gut im Mittelfeld, es müsse sich auf drei Prozent hin bewegen. Österreich habe eine hohe Erwerbsquote und auch bei der Arbeitslosenquote sehe es in Österreich sehr gut aus. "Österreichs Arbeitslosenquote liegt deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Wir wären froh in Deutschland, hätten wir österreichische Verhältnisse", betonte Sinn.

Beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) liege Österreich 2005 mit 24,8 Prozent über dem EU-Durchschnitt, vor Dänemark, Italien und Deutschland. "Die Situation in Deutschland ist eine mittlere Katastrophe. Wir waren einmal die Lokomotive in Europa, haben alle anderen mitgezogen, jetzt sind wir Schlusslicht", so Sinn. Beim Bruttosozialprodukt (BSP) pro Kopf habe Österreich vor 20 Jahren mit dem "Austro-Sozialismus" offensichtlich Probleme gehabt. Jetzt habe sich Österreich nach dem EU-Beitritt 1995 und noch besser seit 2000 entwickelt und liege sogar vor Deutschland: "Jetzt können Sie auf ihren hohen Bergen sitzen und mitleidig zu uns Deutschen schauen. Früher haben wir auf Sie herabgeschaut", so der Präsident des Münchner Ifo-Institutes für Wirtschaftsforschung abschließend.

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