Welthospiztag 2005 - Österreich ist für die Zukunft nicht gerüstet

Politik ist gefordert

Wien (Rotes Kreuz) - Um schwerkranke und sterbende Menschen bedarfsorientiert zu betreuen, sind noch mehr Initiativen im ambulanten und im stationären Bereich notwendig. So braucht allein das Land Salzburg etwa 30 Hospiz- und Palliativbetten.

"Eine Studie des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen zeichnet folgendes Bild: Langfristig sollten 60 Betten auf eine Million Einwohner in Österreich zur Verfügung stehen - jeweils zur Hälfte auf Palliativstationen und stationäre Hospize aufgeteilt. Obwohl in den letzten Jahren doch einige Bewegung in diesem Bereich stattgefunden hat, sind wir von diesem Ziel noch meilenweit entfernt", erklärt Werner Kerschbaum, stellvertretender Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes.

Eine der erfreulichen Tendenzen - im Art. 15a B-VG wurde festgehalten, dass österreichweit eine gleichwertige, flächendeckende, abgestufte Versorgung im Palliativ- und Hospizbereich umzusetzen sei.
Für Kerschbaum ein Schritt in die richtige Richtung, aber "um adäquat auf die Bedürfnisse eingehen zu können, muss die Politik mehr tun. Zwar wird in Österreich die Einrichtung von Palliativstationen am Krankenhaus gefördert, weil deren Finanzierung durch den Österreichischen Krankenanstalten- und Großgeräteplan (ÖKAP/GGP) gegeben ist. Aber für Hospize und mobile Hospizbetreuung gibt es zuwenig öffentliche Mittel. Wir sind in Österreich zurecht stolz auf unser Gesundheitssystem. Umso mehr müssen wir auch die würdevolle Betreuung schwerkranker und sterbender Menschen in dafür geeigneten Einrichtungen sicherstellen. Ein ganz wichtiger Schritt dazu ist die öffentliche Finanzierung von Hospizbetten mit palliativer Betreuung in Pflegeheimen", so Kerschbaum.

Das Österreichische Rote Kreuz widmet sich seit 2002 der Hospiz- und Palliativbetreuung. In seinem Helga Treichl-Hospiz in Salzburg wurden im Jahr 2004 104 PatientInnen betreut.

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