Brandsteidl: Kompetenzmodell ersetzt Lehrplan

Wichtiger Schritt zur "neuen Schule"

Wien (OTS) - "Die Schule der Zukunft soll die Motivation der Lernenden stärken und gleichermaßen Leistungsanreize bieten wie die Selbstverantwortlichkeit der Schüler stärken. Mit diesen Anforderungen an eine 'neue Schule' gehen viele konform - doch es ist einmal mehr das Wien, das einen wichtigen konkreten Schritt in der Realisierung setzt. Das neue Kompetenzmodell für den ernährungswirtschaftlichen und touristischen Fachbereich an Fachschulen und Höheren Lehranstalten für wirtschaftliche Berufe sowie an Tourismusschulen bedeutet eine 'kleine Revolution' und eine wesentliche Steigerung der pädagogischen Qualität", stellte Wiens Amtsführende Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl im Rahmen einer Pressekonferenz fest.

Brandsteidl: "Gute Schule bedeutet, dass die Kompetenzen der Schüler gehoben werden, dass Transparenz durchgängig gegeben ist und dass Qualitätsstandards definiert werden. All dies gelingt mit diesem neuen Kompetenzmodell, das auf breitester Basis und in Kooperation mit Partnern aus der Wirtschaft von einer Experten-Projektgruppe erarbeitet wurde. Beinahe schon idealtypisch werden in diesem Modell die fachlichen ernährungswirtschaftlichen und touristischen Anforderungen mit 'soft-skills' kombiniert. Versehen mit einer breiten Palette an Zielvorgaben, Indikatoren und Messinstrumenten für alle Gegenstände und alle Klassen/Jahrgänge ergibt sich somit ein Gesamt-Kompetenzmodell, das zwar eng an den Inhalten des Lehrplans orientiert ist, aber dennoch weit hierüber hinaus Akzente setzt."

Konkrete Inhalte und Ziele des Kompetenzkatalogs sind:

o eine differenzierte Beobachtung des Unterrichts,
o die konkrete Formulierung von Stärken und Schwächen von Schülern,
o die Sichtbarmachung von Lernfortschritten,
o eine höhere Transparenz bei der Bewertung schulischer Leistung und
o ein System differenzierter Rückmeldungsmöglichkeiten (Stichwort "Feedback").

Ein weiteres Spezifikum dieses Kompetenzmodells: Es erfasst nicht allein statisch fachliche Kompetenz, sondern umschließt auch Methodenkompetenz, soziale und kommunikative Kompetenz, kreative Kompetenz sowie - last but not least - Umsetzungskompetenz.

Brandsteidl: "Praktisch heißt dies etwa, dass ein Unterrichtsinhalt wie 'Gewichtsdefinition' nicht allein am formalen Wissen hierüber beurteilt wird, sondern daran, ob die Schüler/innen in der Lage sind (=die Kompetenz haben) die Folgen von z.B. übermäßigem Lebensmittelkonsum am eigenen Handeln zu erkennen und eine sinnvolle Bedarfsdeckung an Hand von Gastrogrammen (Speiseplänen) zu erstellen. Mit anderen Worten: Im Kompetenzmodell 'küsst die Theorie die Praxis' und wird der Lehrplan zu einem 'Lehr-und Erlebensplan'".

"Dieses neue Kompetenzmodell ist erfüllt mit Leben. Es trägt den 'Geist der neuen Schule' in sich. Keine Frage, dass das Wiener Schulwesen hiermit erneut einen wichtigen, zukunftsweisenden Schritt gesetzt hat", sagte Brandsteidl abschließend.
(Schluss) ssr

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