Csörgits zu Haubner: Taten statt teurer Werbekampagnen gefragt

Regierung benötigt vier Jahre für Infobrief an Eltern

Wien (ÖGB) - "Für eine teure Werbekampagne in Orange hat Sozialministerin Haubner Zeit und Geld. Beim dringend nötigen Infobrief, mit dem junge Eltern über die unterschiedliche Dauer von Kindergeldbezug und kündigungsgeschützter Karenz informiert werden sollen, heißt es dagegen weiter: bitte warten", kritisiert ÖGB-Frauenvorsitzende und Vizepräsidentin Renate Csörgits. Wie Ursula Haubner gestern bekannt gab, gibt das Sozialministerium für eine Infokampagne des Ressorts, die "zufällig" im BZÖ-Orange gehalten ist, 1,3 Millionen Euro aus.++++

Bereits unzählige Male angekündigt wurde eine Information an Eltern über die unterschiedliche Dauer von Karenz und Kindergeld. Zuletzt versprach Frauenministerin Rauch-Kallat die Aussendung des Infobriefs an die Eltern ab September, nun nennt Familienministerin Haubner als Termin den Dezember. "Das Kindergeld gibt es seit Anfang 2002 und wir haben von Beginn an die rechtzeitige Information der Eltern eingefordert. Wieso braucht die Regierung für die Erstellung einer einfachen Kurzinformation für Mütter und Väter beinahe vier Jahre?", fragt Csörgits.

Fragwürdig hält Csörgits auch die Ziele, die Ursula Haubner mit der Kampagne verbindet. "Die Sozialministerin nennt als Ziel der ersten Welle der Kampagne, mit der nun das Kindergeld beworben wird, eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Steigerung der Geburtenrate. Das wird sie freilich nicht mit teuren Inseratenschaltungen und einer Homepage in Orange erreichen. Was wir brauchen, sind umfassende Maßnahmen, damit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und für Männer lebbar wird", sagt Csörgits. Die ÖGB-Frauen fordern dazu die Reform des Kindergeldes, die Einführung des Vaterschutzmonats, eine Rechtsanspruch auf Teilzeit für alle Eltern und den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen. (mf)

ÖGB, 7. Oktober
2005
Nr. 569

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