Forstwirtschaft, Holz- und Papierindustrie setzen auf Technologieplattform

Innovations-Networking als Triebfeder für Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit

Wien (PWK748) - Holz ist nicht nur einer der umweltfreundlichsten Rohstoffe, sondern birgt auch gewaltiges wirtschaftliches Potenzial. Mit seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten bietet der nachwachsende Rohstoff Holz ideale Voraussetzungen zur stofflichen Be- und Verarbeitung in der Holz- und Papierindustrie sowie in angeschlossenen Industriezweigen. Der Sektor der forstbasierten Industrie erwirtschaftete auch 2004 wieder einen Exportüberschuss von rund 3,3 Milliarden Euro und ist damit neben dem Fremdenverkehr der wichtigste Aktivposten der heimischen Leistungsbilanz. Rund 250.000 Österreicher leben unmittelbar von der Bewirtschaftung des Waldes und seiner Produkte. Die Unternehmen der Forstwirtschaft, der Holz- und der Papierindustrie schaffen vor allem im ländlichen Bereich und in Klein- und Mittelunternehmen wertvolle Arbeitsplätze und nehmen eine Spitzenposition in der nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung ein.

Die als gemeinsame Initiative der europäischen Verbände der Forstwirtschaft, der Holzindustrie und der Papierindustrie eingerichtete Technologieplattform (Forest-based sector Technology Platform, FTP - www.forestplatform.org) hat sich die Bündelung und strategische Erfassung der wichtigsten gemeinsamen Forschungs- und Innovationspotenziale zum Ziel gesetzt, deren Umsetzung die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Unternehmen des Sektors steigern wird. In einer hochrangig besetzten Forschungsenquete am 9. und 10. November 2005 in Stockholm, bei der auch ein Spitzenvertreter des Lebensministeriums (BMLFUW) einen Ausblick auf die österreichische EU-Ratspräsidentschaft sowie die Bedeutung des Sektors Forst - Holz - Papier für Österreich geben wird, wird die Forschungsstrategie der Technologieplattform öffentlich vorgestellt. Die entsprechenden Projekte sollen über das 7. EU-Forschungsrahmenprogramm, das im Rahmen der österreichischen EU-Präsidentschaft im ersten Halbjahr 2006 beschlossen werden soll, sowie entsprechende nationale Forschungsprogramme unterstützt werden.

Dienstleistungen und Produkte des "Forest-based sectors" basieren auf der wertvollen Ressource Wald und dem gemeinsamen erneuerbaren Rohstoff Holz. Innovationen in diesem Bereich, der zu den traditionellen Stärkefeldern Österreichs zählt, sind die Triebfeder für ein Plus an Wertschöpfung und Arbeitsplätzen. Vor dem Hintergrund des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms, das als wesentlicher Eckpfeiler zur Erreichung von mehr Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung in Europa gesehen wird, kommt dem innovativen Einsatz von Holz und Waldbiomasse durch wissensbasierte und technologiegetriebene Innovationsnetzwerke steigende Bedeutung zu.

Die kürzlich gemeinsam erarbeitete österreichische Forschungsagenda ist gekennzeichnet durch die integrierte Betrachtung gemeinsamer Herausforderungen wie etwa des Klimawandels, durch Steigerung der Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an neue Kundenwünsche sowie durch das Streben nach radikalen technologischen Neuerungen. Im Mittelpunkt stehen Themen wie die Optimierung der Verfügbarkeit und bessere Nutzung der Biomasse Holz und recyclierter Faserstoffe für die Herstellung von Produkten und Energie, die Entwicklung noch leistungsfähigerer und ressourceneffizienterer Produktionstechnologien sowie die Bereitstellung neuer Produkte als Reaktion auf sich verändernde Märkte und gesellschaftliche Bedürfnisse. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Weiterverarbeitung der wertvollen Holzinhaltsstoffe zu Erzeugnissen mit hohem Innovationspotenzial, vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und zusätzlicher Wertschöpfung.

In Österreich wird die Technologieplattform Forst - Holz - Papier getragen von Land und Forst Betriebe Österreich, der Landwirtschaftskammer Österreich, dem Fachverband der Holzindustrie und Austropapier, der Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie.
Bereits seit Anfang dieses Jahres koordiniert eine National Support Group die entsprechenden Aktivitäten.

Neben den Verbänden, ihren Mitgliedsunternehmen und wichtigen Zulieferbetrieben aus der Anlagenindustrie ist eine Vielzahl einschlägiger heimischer Institute und Organisationen in die Erarbeitung der "Strategic Research Agenda" eingebunden, wie etwa die Forschungsförderungsgesellschaft FFG, die Bundesanstalt für Landtechnik, das Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum Wald, die Fachhochschule Wr. Neustadt - Wieselburg, die Holzforschung Austria, das Holztechnikum Kuchl, die HTL Mödling, das Institut für Industrielle Ökologie, Joanneum Research, das Lebensministerium, die Österreichische Energieagentur, das Institut für Zellstoff-, Papier-und Fasertechnik und andere Institute der TU Graz, das Institut für Verfahrenstechnik und andere Institute der TU Wien sowie die Institute für Forsttechnik, Holzforschung, Wald-, Umwelt- und Ressourcenpolitik und das Department Chemie der Universität für Bodenkultur Wien. (EBK)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Austropapier - Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie
DI Oliver Dworak
Tel.: (++43) 58886-234
Fax: (++43) 0590 900-222
mailto: austropapier@austropapier.at
www.austropapier.at

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