Wasch- und Putzmittel: Es muss draufstehn was drin ist

Neue Deklarationspflicht für Wasch- und Reinigungsmittel schützt Allergiekranke nicht ausreichend

Wien (OTS) - Morgen, am 8. Oktober 2004, tritt die EU-Detergenzienverordnung in Kraft. Ab nun müssen die Inhaltsstoffe von Wasch- und Reinigungsmitteln genauer deklariert werden, insbesondere bestimmte allergieauslösende Duftstoffe und die Konservierungsstoffe. Endlich wird auch die vollständige biologische Abbaubarkeit der Tenside geregelt - zumindest ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Für den umfassenden Schutz von KonsumentInnen und Umwelt ist aber die Einführung einer strengen, neuen Chemikaliengesetzgebung "REACH" unerlässlich.

Erleichterung für AllergikerInnen

Wie seit Anfang März bei Kosmetika müssen die Hersteller nun auch bei Wasch- und Reinigungsmitteln 26 allergene Duftstoffe ab einem Gehalt von 0,01 Prozent auf der Verpackung deklarieren. Sämtliche Konservierungsmittel müssen ebenfalls namentlich genannt werden. Die neue Verordnung (Verordnung (EG) 648/2004) soll die Produktauswahl für AllergikerInnen erleichtern.
Vollständige Abbaubarkeit der Tenside
Für die Tenside, also die waschaktiven Substanzen, wurden in der neuen Verordnung erstmals Grenzwerte für die vollständige Abbaubarkeit festgesetzt. Waren bisher nur Grenzwerte für die ersten Abbauschritte - die "primäre" Abbaubarkeit - gesetzlich verankert, so sind ab nun Grenzwerte für die Zerlegung in die Endprodukte Kohlendioxid, Wasser u.a. festgesetzt. Für Tenside, die dies nicht erfüllen, kann um eine Ausnahmeregelung angesucht werden.

Was in der neuen Verordnung fehlt

Ob die Chemikalie auf die Organismen in den Gewässern giftig wirkt, bleibt in diesem Gesetz immer noch unberücksichtigt. Auch puncto Allergien ist die Verordnung nicht ganz zufrieden stellend. "Leider bietet die neue Bestimmung Allergiekranken keinen vollständigen Schutz", beklagt Dr. Susanna Stark von "die umweltberatung". Bei Untersuchungen des IVDK (Informationsverbundes Dermatologischer Kliniken) wurde festgestellt, dass die 26 Duftstoffe auf der EU-Liste nicht in allen Fällen zu den relevanten Allergieauslösern gehören und manche Stoffe auf der Liste fehlen. Daher orientieren sich die Produktbewertungen der Zeitschrift "Öko-Test" inzwischen an den Ergebnissen des IVDK und nicht an der EU-Liste.

REACH: höchste Zeit für strenges EU-Chemikaliengesetz

Bei vielen Chemikalien, die auch in Alltagsprodukten wie Wasch-und Reinigungsmitteln enthalten sein können, ist noch wenig bis gar nichts über ihre Wirkungen gegenüber Mensch und Umwelt bekannt. Der Gesetzesvorschlag "REACH - Registration, Evaluation and Authorisation of Chemicals" soll das ändern, die Forderungen in diesem Vorschlag werden aber im Laufe der Verhandlungen immer mehr abgeschwächt. "Es ist höchste Zeit für die Einführung einer strengen europäischen Chemikaliengesetzgebung, die die Industrie dazu anhält, die Daten über Chemikalien, die seit Jahrzehnten im Einsatz sind, nachzuliefern. Wenn nötig, müssen besonders bedenkliche Chemikalien durch ungefährlichere ersetzen werden", fordert Susanna Stark nachdrücklich.

REACH soll ohne Abschwächungen umgesetzt werden

"die umweltberatung" hat gemeinsam mit anderen Organisationen Argumente für einen rigoroseren Ansatz formuliert und plädiert für eine konsequente Umsetzung von REACH. Die Forderungen sind zu finden unter http://www.umweltberatung.at/start.asp?b=36&sub=295&m=19 .

Mehr Information über die Liste der deklarationspflichtigen Chemikalien auf http://www.umweltberatung.at/ . (Schluss) vhs

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