• 05.10.2005, 10:27:13
  • /
  • OTS0071 OTW0071

Broukal: Unis beharren auf Geld - Grasser und Gehrer spielen auf Zeit

Uni-Budgets "real gesunken", sagt Rektorenchef Badelt

Wien (SK) - "Viele große Pläne für die Zukunft, aber keine
Entlastung hier und jetzt für die unter Geldnot leidenden
Universitäten", so sieht SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal die
Aussprache im Wissenschaftsausschuss gestern Nachmittag. "Die wohl
belegten Wünsche der Rektoren werden auf die lange Bank geschoben.
Sie liegen seit Monaten im Detail begründet im Finanzministerium,
wurden aber immer noch nicht geprüft", kritisierte Broukal am
Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Die Regierung spiele bei den Unis auf Zeit, das mache die Probleme
noch größer, verhindere Investitionen und das Anstellen junger
akademischer Lehrerinnen und Lehrer. "Einstiegsgehälter von 15 Euro
brutto pro Stunde für junge Akademiker, das darf doch nicht wahr
sein", sagt Broukal.

Rektorenchef Badelt ließ bei der Aussprache aufhorchen. Er sagte:
"Die Uni-Budgets sind real gesunken". Finanzminister Grassers Antwort
("inflationsbereinigt 0,4 Prozent Steigerung im Jahr seit 1999")
entlockte dem Innsbrucker Rektor Gantner nur einen trockenen Konter:
"Der Warenkorb der Universitäten" sei ein anderer als der des
Verbraucherpreis-Index.

Gantner wiederholte die Forderung, den Unis für unvorhersehbare
Mehrausgaben und dringend nötige Anschaffungen heuer noch 100
Millionen Euro zu geben und den gleichen Betrag noch einmal im Jahr
2006. Zusagen von Grasser gab es dafür keine - der Minister hat
angeblich die Detailrechnung der Rektoren immer noch nicht geprüft.

Gehrer bestätigt: Sie hat nie mehr Geld verlangt, als Grasser
geben wollte

Auf die Frage, ob Bildungsministerin Gehrer für die Unis in den
Jahren seit 2002 mehr Geld verlangt habe, als Grasser geben wollte,
habe der Finanzminister "patzig" geantwortet, so werde seit 2000
nicht mehr budgetiert. Alles geschehe "top down", und Gehrer habe
seine Vorgaben immer akzeptiert. "Schade", sagt Josef Broukal dazu,
"ich hätte mir von Ministerin Gehrer mehr Einsatz für die Unis
erwartet."

Broukal erinnerte an den früheren Innenminister Ernst Strasser,
der einmal die Budgetgespräche mit Grasser abgebrochen hatte. Lohn
seines Widerstands gegen die Vorgaben des knausrigen Finanzministers:
Geld für 800 Polizisten mehr, als Grasser zunächst zugestehen wollte.
"Die Unis hätten wohl eine ähnliche Standfestigkeit verdient", sagt
Broukal, "ich fordere Gehrer auf, nicht dem Finanzminister die Mauer
zu machen, sondern den Studierenden und den akademischen
LehrerInnen." (Schluss) wf

Rückfragehinweis:
Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel