Greenpeace und Global 2000: EU-Umweltausschuss halbherzig für Chemikalienschutz

Österreichische EU-Parlamentarier müssen für starkes REACH eintreten.

Wien/Brüssel (OTS) - Die Umweltorganisationen Greenpeace und
Global 2000 begrüßen die Stärkung der Kontrolle gefährlicher Chemikalien durch den Umweltausschuss des Europäischen Parlamentes. Dieses hat heute dafür gewählt, dass gefährliche Substanzen zukünftig verpflichtend durch ungefährliche ersetzt werden müssen, wenn es eine weniger bedenkliche Alternative gibt. Äußert kritisch äußerten sich die Organisationen jedoch bzgl. der schwachen Informationsanforderungen für zahlreiche Chemikalien.

Greenpeace Chemie-Expertin Nina Thüllen: "Es ist wunderbar, dass die Mehrheit der Mitglieder des Umweltausschusses sich dafür entschieden hat, dass zukünftig gefährliche Chemikalien nicht mehr eingesetzt werden dürfen sollen, wenn sicherere Alternativen vorhanden sind. Es ist ohnehin kaum zu glauben, dass das bislang nicht der Fall ist. Nur so kann die unkontrollierte Verbreitung besorgniserregender Chemikalien in unserer Umwelt gestoppt werden."

Beide Organisationen klagen jedoch ein, dass Substitution nur dann funktionieren kann, wenn grundlegende Informationen über die Umwelt-und Gesundheitsauswirkungen von Chemikalien vorhanden sind. Dieses ist gegenwärtig für 80% der in der EU eingesetztes Massenchemikalien nicht der Fall. "Eines der Grundprinzipien von REACH ist, dafür zu sorgen, dass zukünftig keine Chemikalien mehr am Markt sind, über die keine grundlegenden Informationen vorhanden sind. Dieses Prinzip ist mit der Wahl im Umweltausschuss leider massiv geschwächt worden", so Karin Bartonek, Chemie-Expertin von Global 2000.

Die vom Umweltausschuss beschlossenen schwachen Informationsanforderungen für Stoffe in Produktions- oder Importmengen zwischen 1 und 10t pro Hersteller pro Jahr lassen gefährliche Lücken bei den grundlegenden Sicherheitsinformationen. Würde REACH auf dieser Basis angenommen kann es seine Ziele eines umfassenden Umwelt- und Gesundheitsschutzes in Europa laut Greenpeace nicht erreichen. Es würde sowohl die Identifizierung gefährlicher Chemikalien behindert als auch die potenzieller Alternaiven.

Im November wird das EU Parlament zur Chemikalienpolitikreform wählen. Greenpeace und Global 2000 fordern alle österreichischen EU-Parlamentarier nachdrücklich auf, sich dort für ein Gesetz zu entscheiden, dass die Identifizierung und den verpflichtenden Ersatz gefährlicher Chemikalien sicherstellt.

Rückfragen & Kontakt:

Thomas Hohenberger, Pressesprecher Greenpeace, 0664-5308186
Nina Thüllen, Chemie-Expertin Greenpeace, 0664-5484553
Karin Bartonek, Chemie-Expertin Global 2000, 0699-14200033

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